Alles über Autoflower – Wachstumsfaktoren

Author
Autor Luke Sumpter
Author
Autor Sean Prana
15 September 2026
Autoflowering-Strains können unter optimalen Bedingungen beeindruckende Erträge liefern.
15 September 2026
6 min read
Alles über Autoflower – Wachstumsfaktoren

Inhalt:
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  • 1. Lichtanforderungen
  • 2. Düngeanforderungen
  • 3. Umgebungsanforderungen
  • 4. Tipps für besseres pflanzenwachstum
  • 4. a. Pflanzentraining-techniken
  • 5. Fazit

Alle autoflowering Cannabissorten enthalten Cannabis ruderalis-Genetik, die ihnen ihre „autoflowering“-Eigenschaft verleiht und so für ein schnelleres, robusteres Wachstum sorgt, ohne dass ein Lichtwechsel nötig ist, um die Blüte einzuleiten.

Die Entwicklung von Autoflower-Sorten seit der Einführung des Lowryder-Strains ist bemerkenswert. Moderne autoflowering Sorten liefern beeindruckende Erträge und hochwertige Blüten, die sich mit denen von photoperiodischen Strains messen können. Um die besten Resultate zu erzielen, gibt es aber eine zentrale Voraussetzung: optimale Wachstumsbedingungen.

Wir schreiben das Jahr 2026 und Autoflower sind besser denn je. Wenn du neu im Anbau bist und darüber nachdenkst, erstmals Autos auszuprobieren, bist du hier genau richtig. Dieser einsteigerfreundliche Leitfaden enthält alles, was du wissen musst, um Autoflower erfolgreich anzubauen und bei deiner ersten Ernte tolle Ergebnisse zu erzielen. Los geht’s!

Lichtanforderungen

Wie erwähnt ist die Anbauumgebung der wichtigste Faktor für hochwertiges Gras. Dazu zählen Beleuchtung, Düngung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. 

Autoflower werden üblicherweise durchgehend in einem 18/6-Lichtzyklus (18 Stunden Licht, 6 Stunden Dunkelheit) angebaut, während photoperiodische Pflanzen eine Umstellung auf 12/12 benötigen, um die Blüte zu starten.

Das Lichtschema ist somit keine große Wissenschaft: Stell den Timer auf 18/6 und du bist startklar. Doch der Lichtbedarf ist in den jeweiligen Wachstumsphasen unterschiedlich. Ein Keimling braucht zum Beispiel deutlich weniger Lichtintensität als eine ausgewachsene, blühende Pflanze.

Daher ist es entscheidend zu wissen, wie viel Licht deine Pflanzen tatsächlich bekommen. Um das präzise zu messen, brauchst du ein PAR-Messgerät.

Ein PAR-Messgerät misst das für die Photosynthese verfügbare Licht, speziell das Photosynthetisch Aktive Strahlungsspektrum (PAR) im Bereich von 400–700 nm Wellenlänge. Diese Geräte verwenden oft Quantensensoren, um die Anzahl der Photonen zu messen, die auf den Sensor treffen, gemessen als Photosynthetische Photonenflussdichte (PPFD) in µmol/m²/s.

All About Autoflowers - lighting requirements

Lichtanforderungen von autoflowering Cannabispflanzen.

Was bedeutet das konkret? Ein PAR-Meter zeigt dir, wie viel photosynthetisch aktives Licht tatsächlich auf deine Pflanzen trifft. Es sagt dir nicht, wie viel Licht deine LED insgesamt erzeugt, sondern wie viel brauchbares Licht einen bestimmten Punkt im Anbauraum erreicht.

Weshalb ist das wichtig? Zu viel Licht kann Cannabispflanzen tatsächlich schaden. Optimale Anbaubedingungen zu schaffen bedeutet, die richtige Lichtmenge zu finden – nicht zu wenig, nicht zu viel.

Für Autoflower im 18/6-Lichtschema dienen diese Bereiche als Orientierung:

  • Keimlingsphase: 100–200 PPFD / 6–13 DLI
  • Wuchsphase: 200–500 PPFD / 13–32 DLI
  • Blütephase: 500–700 PPFD / 40–45 DLI
  • Reife: 500–700 PPFD / 32–36 DLI

Denke daran: Autoflower können vom Samen bis zur Ernte im 18/6-Lichtzyklus wachsen. Deshalb erreichen sie einen hohen Tageslichtintegralwert (DLI) bei niedrigerem PPFD als photoperiodische Pflanzen in der Blüte unter 12/12. Da photoperiodische Sorten weniger Lichtstunden pro Tag haben, benötigen sie i. d. R. einen höheren PPFD-Wert für gleiche Ergebnisse.

Düngeanforderungen

Alle Cannabispflanzen benötigen dieselben Grundnährstoffe, egal ob Autoflower oder Photoperiode. Die benötigte Konzentration kann jedoch variieren. Das gilt nicht nur bei unterschiedlich großen Pflanzen – eine 200-cm-Pflanze benötigt natürlich mehr Nährstoffe als eine 90-cm-Pflanze – sondern auch beim Vergleich von Photoperioden und Autoflowern, da Autoflower allgemein weniger Nahrung vertragen.

Daher empfiehlt es sich, Autoflower mit etwa der Hälfte der empfohlenen Dosierung anzudüngen. Es klingt komplizierter als es ist: Folge einfach dem Düngeschema des Herstellers und halbiere die genannte Konzentration. Wird z. B. 10 ml pro Liter Wasser empfohlen, starte mit 5 ml/Liter für Autoflower und passe die Menge an, je nachdem wie die Pflanze reagiert.

All About Autoflowers - feeding requirements

Düngeanforderungen von autoflowering Pflanzen.

Bei vorgedüngter Erde gilt: Stark vorgedüngte Substrate wie All-Mix oder Ocean Forest sind für Autoflower manchmal zu nährstoffreich und können zu Überdüngung führen. Eine leichtere Erde wie Light-Mix oder Happy Frog ist die bessere Wahl. Achte allgemein auf ein Substrat mit ca. 1,2 mS/cm EC oder darunter.

Bei leichten, vorgedüngten Erden sollten anfangs keine zusätzlichen Nährstoffe gegeben werden. Je nach Topfgröße und Strain reichen die enthaltenen Nährstoffe meist für die Vegetationsphase. Sobald die Pflanze vorblüht, kannst du nach Düngeschema – wieder mit halber Dosierung – zu füttern beginnen und dabei schrittweise Anpassungen je nach Reaktion der Pflanze vornehmen.

Umgebungsanforderungen

Damit Pflanzen wachsen und gedeihen, müssen essentielle Prozesse wie Atmung und Photosynthese ablaufen – und diese sind stark von den Umweltbedingungen beeinflusst.

Hier kommt der VPD ins Spiel (Vapor Pressure Deficit, Dampfdruckdefizit). Ein Keimling hat z. B. nur rudimentale Wurzeln und benötigt wenig Wasser, daher eignet sich ein niedrigerer VPD. Eine voll blühende Pflanze hat einen deutlich höheren Wasser- und Nährstoffbedarf und kann in der Regel einen höheren VPD verkraften, was die Verdunstung fördert.

Wachstumsphase Temperatur Luftfeuchtigkeit VPD
Keimling 23–29°C (75–85°F) 75 - 85% 0,5 - 0,7
Vegetativ 21–29°C (70–84°F) 65 - 75% 0,8 - 1,3
Vorblüte 21–26°C (70–80°F) 55 - 65% 1,2 - 1,5
Blüte 15–24°C (60–75°F) 40 - 50% 1,5 - 1,7

Wie kontrollierst du den VPD? Durch die Regulierung zweier Hauptfaktoren: Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Das richtige Verhältnis ermöglicht dir einen optimalen VPD in jeder Wachstumsphase und schafft ideale Bedingungen für schnelles, gesundes Wachstum, während Umwelteinflüsse und Schädlinge verringert werden. Auch Strom, Wasser und Zeit lassen sich so effektiver nutzen.

Tipps für besseres Pflanzenwachstum

Mit Kenntnis und der richtigen Ausrüstung für ideale Bedingungen gibt es einige Tricks, mit denen du deine Ernte auf das nächste Level bringst.

Pflanzentraining-Techniken

„Low-Stress Training“ (LST) ist eine Methode, bei der Zweige vorsichtig nach unten gebogen und mit weichen Schnüren oder Bindedraht fixiert werden, sodass ein breiteres Blätterdach entsteht – alle Zweige bekommen mehr Licht ab. Im Gegensatz zu invasiven HST-Methoden wie Topping, Fimming, Super Cropping usw. schädigt LST die Pflanze nicht. Das ist bei autoflowering Cannabis-Strains besonders wichtig, da sie keine lange Wachstumszeit haben, um von harschen Trainingsmethoden zu genesen.

LST wird am besten allmählich alle paar Tage angewandt, während die Triebe noch biegsam sind. An den Enden der Zweige lässt sich am leichtesten biegen. Allmählich entsteht so die ideale Pflanzenform, da sich die gebogenen Triebe wieder Richtung Licht strecken. Anfängern wird abgeraten, eine Autoflower vor dem LST „zu toppen“ (d. h. den Haupttrieb abzuschneiden, um einen flacheren und festeren Wuchs zu fördern), da Autoflower weniger Zeit zum Erholen haben. Mit mehr Erfahrung und einer gesunden, schnell wachsenden Pflanze mit mindestens 4 Nodien (Hauptblattpaaren) kannst du aber durchaus den Wipfel kürzen (dieser besteht aus kleineren Blättern).

All About Autoflowers - plant training techniques

Was ist Low-Stress-Training?

Fimming

„Fimming“ ist eine mildere Form von Topping. Statt den Trieb komplett abzutrennen, schneidest du nur die Spitze leicht an und setzt die Pflanze deutlich weniger Stress aus. Nachteil: Im Gegensatz zum Topping kommt es beim Fimmen kaum zu einer vollständigen Teilung des Haupttriebs (also keine zwei Hauptcolas).

Entlaubung

Gezielte Entlaubung ist beim Indoor-Anbau hilfreich (im Freien meist nicht nötig, da dort das Sonnenlicht wandert): Dabei werden im Wuchs und zu Beginn der Blüte strategisch Blätter entfernt, damit mehr Licht und Luft an die Triebe gelangen. Wie bereits erwähnt, kannst du verschiedene Trainingsmethoden ausprobieren, aber jede High-Stress-Technik birgt bei Autoflower Risiken, wenn du sie nicht beherrschst. 

Fast Buds bietet viele ertragreiche Strains wie Purple Lemonade Auto RF3, die enorm vom Training profitieren können.

Nützliche Mikroorganismen

Kleine Bodenlebewesen spielen eine bedeutende Rolle für die Gesundheit und das Wachstum von Cannabis. Wusstest du, dass eine Vielzahl winziger Mikroben die Cannabispflanze beim Wachsen unterstützt? Sie helfen, abgestorbene Pflanzenteile und organisches Material im Boden zu Nährstoffen abzubauen, die von der Pflanze aufgenommen werden können – und sorgen dafür, dass diese Nährstoffe effizienter absorbiert werden. Aber Mikroben leben nicht nur im Boden, sondern auch auf der Pflanzenoberfläche. Diese nützlichen Bakterien und Pilze schützen die Pflanze vor schädlichen Krankheitserregern und Schädlingen wie Schimmel und Insekten. Sie stärken zudem das natürliche Abwehrsystem und machen die Pflanze widerstandsfähiger gegen Krankheiten.

Besonders hilfreich für Cannabis sind Mykorrhiza-Pilze. Sie gehen eine Symbiose mit den Wurzeln ein und bilden feine Fäden, über die die Pflanze Nährstoffe und Wasser effizienter aufnehmen kann. Sie helfen der Pflanze auch, mit Umweltstress wie Trockenheit oder Nährstoffmangel umzugehen. Ebenfalls wichtig sind stickstofffixierende Bakterien: Sie binden Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze verfügbar. Als Grower kannst du diese Mikroben gezielt fördern, z.B. durch das Impfen von Stecklingen mit Mykorrhiza und Trichoderma oder durch das Aufsprühen von Komposttee auf die Blätter.

Fazit

Es gibt unzählige Trainingstechniken, Zusätze, Tools und Gadgets, die Toperträge versprechen. Aber die Wahrheit ist: Der zuverlässigste Weg zu hervorragendem Gras beginnt bei guten Genetiken und optimalen Umweltbedingungen.

Statt Zeit und Geld mit angeblichen Wunderprodukten zu verschwenden, investiere in Grundausstattung, um dein Anbauklima zu überwachen und zu regulieren. Konzentriere dich auf die wichtigsten Faktoren – Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation und Nährstoffe – und lass den Rest deine Genetik erledigen.

Es gibt keine Abkürzungen: Gute Genetik + optimale Bedingungen = Premium-Gras.

FAQ

Was ist das Geheimnis für hochwertiges Autoflowering-Cannabis?

Es gibt keinen einzelnen Trick, kein Zusatzmittel oder Gerät, das garantiert Spitzenblüten liefert. Gute Genetiken, kombiniert mit konsequent optimiertem Licht, Nährstoffversorgung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Bewässerung und Luftzirkulation geben deinen Pflanzen die besten Chancen, ihr volles Potenzial zu entfalten.

Welcher Lichtzyklus ist der beste für Autoflower?

Ein 18/6-Lichtzyklus ist sehr verbreitet: 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit von der Aussaat bis zur Ernte. Im Gegensatz zu photoperiodischen Pflanzen benötigen Autoflower kein 12/12, um die Blüte einzuleiten.

Was passiert, wenn Autoflower zu viel Licht bekommen?

Zu viel Licht kann Stress auslösen. Symptome sind z.B. eingerollte Blätter oder verlangsamtes Wachstum. Mehr Licht ist nicht immer besser; entscheidend ist die richtige Menge je nach Wachstumsstadium.

Was ist DLI und warum ist es für Autoflower wichtig?

DLI (Daily Light Integral) ist die Gesamtmenge an photosynthetisch aktivem Licht, die eine Pflanze innerhalb von 24 Stunden erhält. Für Autoflower ist DLI besonders wichtig, da durch längere Lichtzeiten ein hoher DLI auch bei niedrigerem PPFD erreicht werden kann – anders als bei Pflanzen, die unter 12/12 blühen.

Sollte ich Autoflower immer nur mit halber Düngestärke versorgen?

Die halbe Stärke ist ein guter Ausgangspunkt, aber keine feste Regel. Genetik, Pflanzengröße, Medium, Wasserqualität und Dünger selbst bestimmen den eigentlichen Nährstoffbedarf jeder Pflanze.

Was ist VPD und warum ist das bei Autoflower wichtig?

VPD (Vapor Pressure Deficit) beschreibt das Verhältnis zwischen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und der Austrocknungskraft der Luft. Ein optimaler VPD reguliert die Transpiration der Pflanze und beeinflusst, wie effizient sie mit ihrer Umwelt Wasser austauscht.

Wie kontrolliere ich den VPD im Growzelt?

VPD wird durch die Steuerung von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit reguliert. Dazu können Klima-Controller, Heizungen, Klimaanlagen, Luftbefeuchter, Entfeuchter, Abluft und andere Geräte eingesetzt werden – je nachdem, was gebraucht wird.

Benötigen Autoflower je Wachstumsstadium unterschiedliche Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte?

Ja. Keimlinge bevorzugen in der Regel wärmere und feuchtere Bedingungen sowie einen niedrigeren VPD. Mit zunehmendem Pflanzenalter kann die Temperatur und Luftfeuchtigkeit gesenkt und der VPD erhöht werden, da die Pflanze dann besser mit erhöhter Verdunstung umgehen kann.

Wie viel Licht brauchen Autoflower-Keimlinge?

Autoflower-Keimlinge benötigen relativ wenig Licht. Ein Bereich von 100–200 PPFD ist ein guter Startwert, der schrittweise erhöht werden sollte, sobald sich die Pflanzen etablieren.

Wie viel Licht brauchen Autoflower in der Wuchsphase?

In der vegetativen Phase sorgt eine Lichtintensität von etwa 200–500 PPFD für gesundes Wachstum. Die Intensität sollte langsam erhöht werden, statt junge Pflanzen plötzlich sehr starkem Licht auszusetzen.

Wie viel Licht brauchen Autoflower während der Blüte?

In der Blüte vertragen Autoflower meist etwa 500–700 PPFD ohne zusätzliches CO₂ und bis zu +1000 PPFD, falls CO₂ ergänzt wird. Die ideale Intensität hängt von Genetik, Umgebung und der täglichen Lichtdauer ab.

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