Deutschland könnte Cannabiskäufe bis Ende des Jahres legalisieren

22 June 2022
Die Koalitionsregierung des Landes plant, ihr Versprechen einzulösen und einen regulierten Freizeit-Cannabis-Markt zu schaffen.
22 June 2022
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Deutschland könnte Cannabiskäufe bis Ende des Jahres legalisieren

Die neue regierende Koalition aus drei liberalen Parteien unter Führung von Kanzler Olaf Scholz macht endlich die ersten Schritte, um ein System für regulierte, legale Verkäufe von Cannabis für den Freizeitgebrauch von Erwachsenen einzuführen. Die Beratung mit Experten hat begonnen und an der Gesetzgebung wird bereits gearbeitet.

Mit dieser Initiative hofft das Land, eine vernünftigere Cannabis-Politik einzuführen. Sogar Deutschlands Drogenbeauftragter steht hinter dem Vorhaben und sagt, dass er zu den vielen Beamten gehöre, die hart daran gearbeitet haben, die Kriminalisierung ansonsten gesetzestreuer Konsumenten zu beenden.

Ein sicheres Umfeld schaffen

Da medizinisches Marihuana bereits legal ist und sogar die Behandlungskosten von der Krankenkasse übernommen werden, überdenkt Deutschland derzeit seine Einstellung zum Cannabiskonsum. Der Grundgedanke der neuen Initiative ist, dass ein Teil der Bevölkerung sowieso Marihuana konsumieren und dieses auf dem Schwarzmarkt erwerben würde, solange es keine legale Alternative gibt.

Durch die Schaffung eines regulierten Marktes wollen die Behörden die Produktqualität kontrollieren und so die Gesundheit der Konsumenten schützen. Besonders wichtig ist dabei die Sicherheit von Jugendlichen. Ein weiteres Ziel ist, kriminellen Banden, die momentan vom illegalen Cannabisverkauf profitieren, den Markt zu entziehen.


Ein junger Mann zündet einen Marihuana-Joint an

Der öffentliche Cannabiskonsum wird vermutlich nicht legalisiert, aber wahrscheinlich toleriert.

Expertenanhörungen laufen an

Der jüngste Schritt in Richtung Legalisierung war eine Expertenanhörung, bei der darüber beraten wurde, wie die Reform umzusetzen ist. Bei dieser ersten von fünf Anhörungen waren Referenten aus verschiedenen Bereichen wie Medizin, Recht und Regierung vertreten. Über 200 Experten beteiligten sich an der Diskussion, die sich auf den Jugendschutz, den generellen Verbraucherschutz und die öffentliche Gesundheit konzentrierte.

Auf Basis der Empfehlungen der Experten wird das Gesundheitsministerium den Gesetzentwurf ausarbeiten. Das Gesetz wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 verabschiedet und unterzeichnet.

 



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