Die Geschichte der Autoflower erzählt vom Joint Doctor
In dieser Folge ist Sasha, alias der Joint Doctor, unser Gast bei den Fast Buds Talks. Natürlich werden wir entschlüsseln, wie die ersten Autos erschaffen wurden und warum er die Sorte Lowryder nannte. Außerdem sprechen wir darüber, wie verrückt moderne Autoflower heutzutage sind und was die Zukunft bringen könnte.
Lies das vollständige Transkript dieses exklusiven Interviews unten oder sieh es dir im Videoformat an!
Sebastian Good: Irgendwo ist es 4:20 und ich freue mich riesig, dass ihr heute zu dieser ganz besonderen Folge von Fast Buds Talks eingeschaltet habt, denn heute habe ich einen Cannabis-König zu Gast. Ja, Sasha, der Joint Doctor persönlich, ist heute bei mir. Wie geht es dir, Sasha?
Sasha: Sehr gut, danke. Und dir, Sebastian?
Sebastian Good: Mir geht’s wirklich gut. Wir haben uns vorhin kurz off records unterhalten. Wir erleben gerade beide eine Hitzewelle. Ich bin in Südspanien. Wo entspannst du dich gerade?
Sasha: Ich bin in Quebec, gleich östlich von Montreal.

Sebastian Good: Okay. Warte kurz, ich muss mich noch sortieren. Das ist so ziemlich in der Nähe von dort, wo du ursprünglich herkommst, oder?
Sasha: Oh ja. Ich wohne tatsächlich die Straße runter von dem Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Wir sind seit einigen Jahren wieder hier. Meine Frau und ich sind zurückgekommen und haben hier eine kleine Farm gekauft. Es ist wirklich schön hier – direkt an der Grenze zu Vermont.
Sebastian Good: Okay. Klingt sehr, sehr schön. Gerade jetzt, Sommer, Frühling, Herbst – hört sich wundervoll an. Wie sieht’s im Winter aus? Ich bin kein großer Fan von richtig kaltem Wetter. Ich glaube, es kann hier ziemlich kalt werden, oder?
Sasha: Ja, ganz schön kalt. Ich meine, es kann bis zu minus 30 Grad werden. Das ist wohl das kälteste, was es wird. Manchmal, im Januar oder Februar, ist es recht eisig. Aber wir haben viel Schnee – also gibt es viele Aktivitäten. Besonders hier in Quebec – wir lieben Winteraktivitäten: Hockey, Skifahren und eigentlich alles, was auf Eis passiert, macht uns einfach glücklich. Ich mag den Winter sogar recht gern. Und ich habe auch einen Wochenendjob an einem Skihügel, einfach, um fit zu bleiben und so weiter.
Sebastian Good: Ach ja, das hast du während der Spannabis erzählt – ich glaube, du meintest, du würdest an einem Skihügel arbeiten. Ich hatte tatsächlich mal ein Travel-and-Work-Visum für Kanada – das ist jetzt ungefähr 12 Jahre her. Ich habe … naja, vielleicht war es ein Fehler, vielleicht aber auch nicht, denn ich startete in New York, hab zehn Tage später meine Frau kennengelernt, drei Monate später haben wir geheiratet. Am Ende habe ich das mit Kanada nie umgesetzt. Und das mit dem Skihügel war genau mein Plan. Ich wollte am Lift arbeiten, einfach, um nach Feierabend ein Gratis-Ticket zu haben und snowboarden zu können, wann ich will.

Sasha: Genau, das ist die Idee. Es ist wirklich fantastisch, am Berg zu arbeiten und draußen in der Natur zu sein – egal, wie das Wetter ist. Das ist der Hauptgedanke, du kannst jederzeit Ski fahren.
Sebastian Good: Und kommt deine Frau auch aus der Gegend? Das ist nämlich das Tolle daran – das fehlt mir oder auch meiner Frau, weil sie aus den USA ist, sieht sie ihre Familie nicht oft, aber ihr seid nah dran. Das ist der beste Teil daran.
Sasha: Genau, das ist einer der Hauptgründe, warum wir zurückgekommen sind. Wir sind vorher ein wenig umgezogen. Meine Eltern hatten ein sehr enges Netzwerk aus Familie und Freunden. Wir haben sogar ein Sommerfestival – ich weiß nicht, ob ich dir da schon von erzählt habe.
Es heißt Shazam Fest. Es ist nächstes Wochenende wieder. Es wird von meiner Familie, meinem Bruder und mir und vielen Freiwilligen organisiert. Es ist ein Wochenend-Fest: Musik, Akrobatik, alles Mögliche auf unserem Familienhof – auf den Höfen meiner Eltern. Falls also jemand in der Nähe ist: Schaut auf dem Shazam Fest vorbei.
Sebastian Good: Ich wünschte, ich könnte dabei sein, aber ich bin, keine Ahnung, wie viel, etwa 8.000 Kilometer entfernt. Ich glaube nicht, dass ich es jetzt schaffe, aber irgendwann muss ich auftauchen, eine Tour machen. Ich habe mittlerweile so viele Freunde in der Cannabis-Community im Internet kennengelernt. Mit denen chatte ich, sei es auf Instagram Messenger oder anderswo, und all diese Leute möchte ich mal besuchen und sehen, wo sie chillen, wo sie anbauen, und natürlich will ich ihr Weed testen.
Sasha: Definitiv! Sobald du hier in der Gegend bist, nehme ich dich auf jeden Fall mit und zeige dir die Industrie – sowohl legal als auch im Untergrund – und stelle dir die richtigen Leute vor.

Sebastian Good: Das nehme ich gerne an. Irgendwann stehe ich vor deiner Tür, rufe an und sage: Sasha, ich komme vorbei, und bringe auch meine Kamera mit. Dann können wir Spaß haben und das Ganze später mit der Community teilen.
Sasha: Klar.
Sebastian Good: Du arbeitest natürlich bei Doctor’s Choice. Wir kennen Lowryder und das alles, darüber sprechen wir gleich eingehender. Aber du bist auch in anderen Projekten aktiv, in der Cannabis-Branche sehr engagiert. Woran arbeitest du gerade noch?
Sasha: Im Moment arbeite ich unter anderem in einer Verarbeitungsanlage, die zwei Freunde von mir in Montreal ins Leben gerufen haben – sie heißt J2Science. Sie haben mich eingestellt, um für sie Produkte zu entwickeln, speziell Haschisch. Das ist etwas, wobei ich tatsächlich Erfahrung und Wissen habe. Ich mache schon seit vielen Jahren Haschisch, meistens nicht aus „Rückständen“, wie man in Frankreich sagt, sondern aus Schnittresten und Nebenprodukten des Cannabis-Anbaus.
Sebastian Good: Wie machst du das? Machst du Dry Sift oder Wash, machst du Ice?
Sasha: Wir machen auf jeden Fall Ice-Haschisch. Nur sauberes Wasser und wir verwenden sehr hochwertiges Schnittgut. Eigentlich hauptsächlich eine Sorte namens Black Cherry Punch. Das ist eines unserer beliebtesten Produkte.
Sebastian Good: Klingt lecker, Mann.
Sasha: Ist es auch. Es ist ein wirklich gutes Produkt, auch sehr stark. Wir hatten Tests mit bis zu 70% THC. Das ist ziemlich krass. Und es ist handgemachtes Haschisch. Denn wir haben festgestellt, dass sich dieses Produkt nicht wirklich im großen Stil nachmachen lässt. Das geht einfach nicht.
Sebastian Good: Das passt auch anderswo – beim legal angebauten Massenweed im Gegensatz zu Craft-Cannabis, sozusagen. Würdest du sagen, es ist einfach eine Spur besser, nicht nur mit Liebe gemacht, sondern von erfahrenen Leuten, die Ahnung haben und das wirklich leben? Und das merkt man im Endprodukt dann eben auch an der Qualität.
Sasha: Absolut. Und es ist so schön zu wissen, woher dein Cannabis kommt. Einer der großen Fehler bei der Legalisierung war, dass alle dachten, jetzt wird alles im großen Maßstab produziert, nichts mehr handgemacht, nur noch Massenware. Aber wie du sagst, Menschen wollen gar kein Industrie-Weed. Es ist wie bei Lebensmitteln.
Sebastian Good: Genau. Es fängt schon beim Anbau an – selbst mit KI, die jede Pflanze überwacht, erkennt eine KI nie so wie dein Auge, wenn z. B. die Pflanze Kaliummangel hat und du selbst reagierst. Auch das Trimmen am Ende – wer will Maschinen-getrimmtes Weed? Das ist einfach nicht dasselbe.
Sasha: Genauso ist es. Aber es schlägt wieder um. Viele große Betriebe, die Millionen Pounds produzieren wollten, machen dicht, und der „kleine Mann“ kommt wieder. Es ist nur sehr schwer, heute als Kleiner in die Industrie zu kommen.

Sebastian Good: Wie immer. Es ist bei allem so – nicht nur beim Cannabis: Wird es legal, kommt das große Geld, das übernimmt dann alles. Aber die Konsumenten merken allmählich, was sie wirklich wollen, und ich denke, wir sind auf einem guten Weg.
Sasha: Ja. Im Grunde war das mein Ziel die letzten Jahre: endlich auch unsere Seeds für den kanadischen Markt zu produzieren.
Ich bin also vom Medizinalgrower zum legalen Unternehmer gewechselt. Ziel ist, meine Seeds und Doctor’s Choice nach Kanada zu bringen.
Leider sind wir einfach noch nicht ganz so weit. Ein weiteres Projekt, über das ich noch nicht viel erzählen kann, weil es noch nicht lizenziert ist: Mit ein paar Freunden und Partnern bauen wir ein Inkubator für Samenbrands, die nach Kanada wollen. Brands wie Doctor’s Choice, aber nicht nur Doctor’s Choice.
Sebastian Good: Also quasi eine Anlage, weil die Seeds ja dort produziert werden müssen?
Sasha: Genau das ist der Punkt. Cannabisprodukte dürfen für den Verkauf in Kanada nur lokal produziert werden. Nur für Forschung darf man importieren.
Sebastian Good: Ähnlich läuft es in Thailand, und auch in Deutschland sind solche Pläne im Gespräch. Ich hoffe, wir finden irgendwann noch einen besseren Weg, wie bei Zigaretten oder Alkohol. Die bekommt man überall – alles kein Problem, weil es eine Lobby gibt. Die fehlt uns.
Sasha: Das ist unglaublich. Das wär schön. Wie sieht es denn mit dem sozialen Aspekt aus? In Spanien gibt es zumindest dieses soziale Konzept, das ist viel vernünftiger als unser Legalisierungsmodell. Hier ist es kommerzialisiert, nicht legalisiert. Weißt du, was ich meine?

Sebastian Good: Das ist eine wirklich feine Grenze. Es gibt immer noch einen Graumarkt, Schwarzmarkt. Die Kleinen schaffen es oft nicht ins legale System, und die Großen dominieren, Konzerne steigen ein. Das mag ich an Spanien zwar, aber was ich nicht mag: Hier gibt’s keine klare Legal-Grenze mit z. B. 4 blühenden Pflanzen pro Person. Lieber so als diese Grauzone – vielleicht okay, vielleicht nicht. Und sie könnten jederzeit kommen. Am Ende bekommt man vielleicht nur eine Geldstrafe, aber das Gefühl ist eigenartig. Du kennst das sicher, du hast sicher schon viel mehr durchgemacht. Aber eine Frage wollte ich dir schon von Anfang an stellen: Joint Doctor – wieso der Name? Wie kam das? Das will doch jeder wissen.
Sasha: Gute Frage. Ich glaube, das hat mich noch niemand gefragt. Das war bei mir schon im College, da war ich etwa 20. Ich habe schon angebaut und war bekannt für meine Liebe zu Weed. Ich war mit meinem Kumpel Paul am Skilift, Schneechaos, aber ich hab’s geschafft, vor der Bergspitze einen Joint zu drehen – im Schneesturm. Ich konnte auch schlecht gerollte Joints retten. Er sagte dann: „Man, du bist der Joint Doctor.“ Seitdem hat’s sich einfach so gehalten.
Sebastian Good: Verrückt.
Sasha: Ich nutzte den Namen dann auch als DJ-Name, weil ich ein paar Jahre als Plattenspieler, vor allem Reggae, auf Partys unterwegs war. Auch bei meinen Artikeln im Untergrund habe ich als Joint Doctor geschrieben, weil ich damals nicht meinen echten Namen verwenden wollte.
Sebastian Good: Ich benutze meinen echten Namen heute auch nicht. Good ist nicht mein Nachname. Im Nachhinein hätte ich statt Sebastian lieber Phil Good genommen, weil mein echter Vorname Philip ist. Warum hab ich das nicht gemacht?

Sasha: Naja, Dr. Phil Good gab es schon.
Sebastian Good: Stimmt. Ich will nochmal auf deine Vergangenheit eingehen, weil die sehr spannend ist. Du kommst ja aus einer sehr interessanten Familie. Ich kann das nachvollziehen: Ich war eine Zeitlang in Großstädten wie New York und Barcelona, aber irgendwann zieht es dich raus, du willst mehr, willst anbauen ... aber einen eigenen Hof hab ich noch nicht. Deine Familie hat das aber tatsächlich gemacht, oder?
Sasha: Genau. Meine Eltern sind damals kurz vor meiner Geburt aus der Stadt rausgezogen, wie viele Hippies damals, um ein besseres Leben zu führen. Mehr Selbstversorgung, gesünderes Leben, eigenes Essen anbauen, nachhaltiger. Sie haben also einen kleinen Bauernhof gekauft und Ziegen gezüchtet. Das war ein anderes Aufwachsen, und dazu gehörte auch Cannabis. Viele Freunde meiner Eltern waren zu Besuch, es gab eine kleine soziale Szene. Cannabis war dabei, es war nie was Schlechtes oder Verbotenes – meine Eltern waren offen damit, kein Tabu. Mein Vater hat schon lange vor meinem Interesse Cannabis angebaut – ich sah das, half später beim Gießen. Leider musste mein Vater ins Gefängnis, als ich etwa 11 war.
Ich musste ab da mehr helfen, es war hart für die Familie. Aber es war auch eine positive Erfahrung, sagt er selbst heute: Er kam nach einem Jahr fit wie nie aus dem Gefängnis und wir haben fortan Crossläufe gemacht. Ich war sportlich, hab aber damals nicht geraucht, sondern meinem Vater beim Growen geholfen und so meine ersten Erfahrungen gesammelt. Mein Vater war hier für sein Weed bekannt.
In den 1970ern gab es hier kaum Grower, das meiste war Import und voller Samen. Sein Zeug war besonders. Er ist heute mein größter Fan, kommt zu Konferenzen mit, testet meine Pflanzen im Garten.

Sebastian Good: Er ist ein super Test-Grower. Ich hoffe, dass ich irgendwann für meine Familie test-groe, denn in meinem Haushalt gibt es auch kein Tabu über Cannabis. Mein Kind ist erst fünf, aber stellt schon Fragen – Dinge, die man erklären muss. Interessant, wie das bei dir war: Viel Sport, noch keine Begeisterung für Cannabis selbst, aber deine Familie hat schon Bio-Lifestyle gelebt, bevor es Trend wurde.
Sasha: Absolut. Das steckte damals in den Kinderschuhen – in den 1970ern wurden die ersten Bücher über Biodynamik geschrieben. Meine Eltern haben Wissen darüber gesammelt, waren in der organischen Szene aktiv. Mein Vater hat die Organic Crop Improvement Association mitbegründet – das hat das erste Bio-Zertifikat ermöglicht, für Kaffeebauern in Peru usw. Heute ist Bio riesengroß, aber er war damals dabei.
Sebastian Good: Vielleicht war das ein Grund, warum das Weed deines Vaters besonders war – weil er Bio-Farming draufhatte? Ich glaube wirklich, organische Kräuter schmecken einfach besser.
Sasha: Auf jeden Fall. Es gibt keinen Ersatz: Wenn du etwas essen oder rauchen willst, willst du wissen, dass dort nur gute Zutaten drin sind. Es geht um nährstoffreiche Erde und die Gesundheit der Mitarbeiter und Konsumierenden.
Sebastian Good: Auch als Privatperson angenehm. Mein Kind nimmt noch alles Mögliche in den Mund. Keine Chemie, keine Sorgen – und schön zu sehen, wie er mit allen möglichen Käfern herumrennt, sie Mama zeigt (die flieht), und alle lachen. Das ist ...
Sasha: Wow, das ist cool! Er entwickelt echtes Interesse an Naturwissenschaften.
Sebastian Good: Ja, das macht mich stolz und bestätigt die Entscheidung, aus der Stadt auf's Land zu gehen. Als mein Sohn geboren wurde, sagte ich zu meiner Frau, dass ich nicht mehr lange Stadtleben will. Nach dem ersten Jahr in Barcelona war für mich Schluss, und dann kam Corona – und hat auch meine Frau überzeugt, weil acht Wochen Hausarrest einfach zu viel waren. "Ich will einen Garten, ich will auf's Land."

Sasha: Ich glaube, vielen geht es wie dir. Das ist der gleiche Impuls, der meine Eltern in den 70ern raus aufs Land zog. Nur ab und zu mal Landluft macht schon was aus. Stadtleben ist hart, aber wir alle tragen Liebe zur Natur in uns – manche wissen es nur noch nicht.
Sebastian Good: Ja, und etwas anzubauen ist nochmal etwas anderes.
Man hat eine besondere Beziehung zu dem, was man anbaut, und es schmeckt einfach besser.
Sasha: Ja, absolut, das gilt nicht nur für Weed, sondern für alles, in das du Liebe steckst. Mit ein wenig Liebe und Geduld erhälst du etwas ganz Besonderes.
Sebastian Good: Absolut. Noch mal kurz: Dein Vater wurde gebustet und war ein Jahr weg. Wie hat das dich beeinflusst – erstens dein Verhältnis zur Pflanze, weil du (plötzlich) merkst, dass andere Leute Cannabis anders sehen, zweitens dein Verhältnis zu Behörden? Ich selbst hatte nie so ein Erlebnis und habe trotzdem eher ein Misstrauen gegenüber Cops, weil Cannabis immer noch nicht legal ist. Aber bei dir war das schon als Kind. Wie war das?
Sasha: Für mich wie für dich: Durch das Erlebte hatte ich immer Angst vor den Behörden, Angst vor Cops. Man wird automatisch Teil einer „Verschwörung“, ob man will oder nicht. Man muss vorsichtig sein, wem man was erzählt. Gefängnis wollte ich vermeiden. Ich wollte sicher weiter mit der Pflanze arbeiten, die ich liebe.
Ich war immer vorsichtig. Große Probleme hatte ich nicht, aber einige knappe Situationen. Ich schätze mich heute glücklich, ohne Angst leben zu können. Jahrelang hab ich „die Linie langspaziert“ und alles richtig gemacht – niemandem wehgetan – aber alles hätte jederzeit enden können. Heute ist das sehr befreiend, auch wenn manchmal etwas Angst bleibt.
Aber inzwischen, durch die Legalisierung und medizinische Genehmigungen, kann ich offen mein Gesicht zeigen, meinen echten Namen verwenden und mein Handeln vertreten. Sollte jetzt was passieren, wäre es kein Weltuntergang, denn wir haben es hier nicht mit harten Drogen zu tun.
Sebastian Good: Absolut. In Kanada bist du da besser dran. Ich würde das, was ich mache, in Deutschland nicht tun können. Wie wir schon sagten, in Spanien habe ich maximal 6-7 Pflanzen, weil ich mit dem Gesicht in einem Land bin, das nicht hundertprozentig legal ist. Wie toll wäre es, mal 100 Pflanzen durch einen riesigen Garten zu ziehen? Das ist Luxus. Aber aktuell growe ich nur für mich – auch aus Angst. Aber hast du aus der Liebe zur Pflanze damals als Kind schon mehr entwickelt? Wann hast du wirklich deine Leidenschaft für den Anbau entdeckt?

Sasha: Mein Leben nahm eine Wendung, als ich mit 16 einen Motorradunfall hatte. Lange Genesungszeit, ein Onkel (Farmarbeiter) hat mich damals ans Rauchen herangeführt, was mir sehr geholfen hat (aus dem Schneckenhaus kommen, Schmerzbewältigung). Wir haben dann zusammen angebaut.
Sebastian Good: Interessant.
Sasha: Wir hatten tolle Genetik, u.a. von Sensi Seeds Big Bud. Mein Onkel war ein guter Grower, ich habe viel gelernt. Besonders mochte ich die Guerilla-Grows: tief im Wald, raus in die Natur, morgens früh los, Kompost schleppen – es war ein Abenteuer, aber auch ein Kick. Die Pflanzen waren wunderschön, das Weed beliebt, und für ein paar Sommer wurde das zu meinem Lebensstil, spätestens als Student während der Semesterferien.
Sebastian Good: Klar! Meine ersten Pflanzen hab ich auch damals Guerilla-Style in Deutschland versucht – aber hier sind die Wälder längst kein Niemandsland mehr. Meiste Pflanzen wurden gestohlen. Bei mir war das Interesse schnell wieder weg – Elternhaus, kein Platz ... Da warst du im Vorteil. Aber du bist dann viel umgezogen und hast nie aufgehört zu growen, oder?
Sasha:
Genau. Das ist auch, warum Lowryder und Autoflower daraus entstanden: eine Pflanze, die ich überall growen konnte – Indoor im Winter, draußen im Sommer, ohne großen Aufwand.
Ich war dann im entscheidenden Moment in Vancouver, nachdem ich meinen Abschluss gemacht und zu meiner Freundin dorthin gezogen bin – die Stadt war damals der absolute Hotspot für Weed.
Sebastian Good: Damals war auch Jorge oben, bevor er nach Europa ist, und alle waren da.

Sasha: Er war sehr früh dort. Und dann gab es noch Marc Emery – der „Prince of Pot“ – er hat den Samenverkauf gepusht und hatte einen Shop sowie das Magazin Cannabis Culture. Die Polizei ließ ihn weitgehend machen, da Vancouver mit harten Drogen größere Probleme hatte und eine tolerantere Haltung gegenüber Cannabis einnahm. Ich habe dann auch für Cannabis Culture geschrieben.
Von da an ist es eine lange Geschichte, aber dann bekam ich die Chance, in Polen Hanf zu studieren.
Sebastian Good: Genau, das war dieser Vergleichsanbau, richtig?
Sasha: Ja. Damals habe ich die Eltern von Lowryder getestet – eine meiner testweise angebauten Sorten war ein Vorgänger von Lowryder. Ich brachte verschiedene Samen mit und konnte diese dann im Gewächshaus vergleichen. Sie wussten zwar, dass mein eigentliches Interesse THC-Sorten war, aber offiziell habe ich Hanf studiert.
Ich bekam einen Teil des Gewächshauses für Vergleichsanbauten, wir fingen recht spät im Sommer an. Die Mutterpflanze von Lowryder – damals Willy's automatic genannt – fiel sofort durch ihre frühe Blüte auf. Da war uns aber noch nicht ganz bewusst, was wir da eigentlich hatten. Aber danach …

Sebastian Good: Lass uns über Lowryder sprechen – viele kennen Lowryder, aber nicht die Geschichte. Es sind jetzt rund 20 Jahre, dass Lowryder auf den Markt kam, oder?
Sasha:
Genau. 20 Jahre – 2003 haben wir die erste Charge verkauft. Entwickelt wurde sie einige Jahre davor.
Sebastian Good: Was hat dich von den Buds zu den Seeds und zum Breeding gebracht?
Sasha: Da gab es einen älteren Freund, Antonio – er war wie ein mexikanischer Rastaman, sehr weise in Sachen Weed und mit unglaublicher Energie. Er sammelte Sorten und gab mir eine namens Mexican ruderalis.
Sebastian Good: Mexican Rudy – die berühmte Mexican Rudy, der Vorfahre der heutigen Autoflower, richtig?
Sasha: Genau so ist es.
Das Einzigartige daran war: Ich besuchte Antonio mitten im Sommer – kein Weed weit und breit – und er hatte kleine Pflanzen, die schon reif waren. Sie hatten eine kurze Blüte, schmeckten angenehm, waren aber nicht sehr potent. Aber immerhin hatte man was zu rauchen.
Von diesen Seeds bekamen mein Freund Christian und ich welche und starteten selbst einen Grow. Beim Umzug vom Bauernhof ins Studentenwohnheim und in Wohnungen wurden kompaktere, schnellere Pflanzen für mich immer wichtiger.
Sebastian Good: Das macht Sinn. Man muss stealthiger werden, braucht kleinere Pflanzen.
Sasha: Ja, kompaktes Wachstum und kleiner Wuchs wurden mein Fokus. Ich hatte schon an anderer Genetik gearbeitet, aber Lowryder dauerte Jahre, bis ich wusste, was ich da eigentlich vor mir hatte.
Sebastian Good: Mexican ruderalis von Antonio und Experimente mit Kreuzungen?

Sasha: Genau – Christian und ich teilten uns eine Wohnung in Vancouver und haben alle unsere Pflanzen gekreuzt, ganz viele Tests gemacht.
Unter den Kreuzungen war eine Ruderalis mit William's Wonder. Wir hatten William's Wonder Mütter, gekreuzt mit Northern Lights Nr. 2 und vielen anderen Sorten.
Sebastian Good: Die Seeds sind dann in deine Sammlung gewandert oder du hast gleich weitergearbeitet?
Sasha: Richtig. Ich habe auf kleiner Skala getestet und wollte etwas Neues für den Markt entwickeln.
Sebastian Good: Für euch war das was ganz Neues, jeder sollte es growen können. Damals ahntet ihr noch nicht, dass ihr eine eigene Kategorie Cannabis begründet, stimmt’s?

Sebastian Good: Genau! Wann hast du sie dann benannt? Oder einfach als Samen mitgenommen nach Polen? Wie entwickelte sich das?
Sasha: Die Samen wurden nach Polen gebracht, die ersten Kreuzungen waren das. Als F1 sind sie schneller, aber noch nicht vollautomatisch – das kommt erst nach zwei, drei Generationen zurück. Im Prinzip war es eine Kreuzung aus Ruderalis, Northern Lights und William’s Wonder, dann eine Generation eingekreuzt.
Sebastian Good: Hast du das in Polen gemacht während deines Vergleichsanbaus?
Sasha: Genau. Dann bin ich nach Kanada zurück – Saskatchewan – für eine Firma, die Hanf und Hanfsaat verkauft hat, und habe in meiner Freizeit weiter an meinen Strains gearbeitet.

Sebastian Good: Klar.
Sasha: Aber ich musste vorsichtig sein und growte im Keller meines besten Freundes Dave, der auch alles fotografisch dokumentierte. Wir zogen diese Generation unter 24 Stunden Licht auf Fluoreszenz – und plötzlich blühten nach zwei Wochen männliche Plants! Wir waren total überrascht.
Sebastian Good: Du hast sie mit den gleich schnellen Weibchen gekreuzt?
Sasha: Genau. Die Weibchen fingen ein bis zwei Wochen später an zu blühen – alle Plants mit Auto-Gen wurden behalten. Die nächste Generation war dann 100% automatisch – erst da verstanden wir, dass es ein rezessives Merkmal war. Bis dahin hieß das Ganze noch Willy’s automatic.

Sebastian Good: Von William’s Wonder – deine Lieblingssorte. Die Mutter hattest du.
Sasha: Genau. Ich mochte den Geschmack sehr und der kam in die ersten Generationen von Willy’s automatic mit rein. Den Namen Lowryder hatte ich aus einem Magazin für Lowrider-Cars, etwas abgewandelt, weil unsere Pflanze mexikanische Vorfahren hat. So kam nach und nach die Idee und wir schrieben „y“ anders.
Sebastian Good: Also ab dem Moment war das Auto-Gen stabil. Wie lange dauerte das Selektieren? Du musstest sicher gleich die Seeds poppen, oder?
Sasha: Es war ein kleines Projekt, das Internet steckte noch in den Kinderschuhen. Um über Lowryder zu sprechen, war ich auf vielen Foren unterwegs wie overgrow.com und Hybrid.
Sebastian Good: Hybrid – das lief unter deiner Leitung.
Sasha: Ja, genau. Ein Forum, in dem alle über Autos diskutierten und die Idee breitete sich rasant aus.

Sebastian Good: Genau – ideale Pflanze für Einsteiger, kleine Räume, kein Lichtplan nötig. Es war einfach etwas ganz Neues.
Sasha: Absolut. Nicht die großen Grower waren interessiert, sondern eher Leute, die noch nie angebaut hatten. Es war für alle zugänglich.
Sebastian Good: Wie hast du das im Schwarzmarkt geregelt, die Züchtung weiterentwickelt?
Sasha: Es gab anfangs Fehler, weil wir auf so kleiner Skala arbeiteten. In der ersten Lowryder-Generation gab es Qualitätsunterschiede, auch wegen ein bisschen Inzucht.
Sebastian Good: Keine Hybridkraft mehr, nur reine Linien. Verständlich.
Sasha: Es gab sehr kleine Plants, teils merkwürdig. Dann begannen wir, neue Versionen zu machen: Diesel Ryder, Chronic Ryder – frisches Blut rein. Daraus entwickelte sich auch Lowryder 2.
Sebastian Good: Und das war dann auch Lowryder 2?
Sasha: Ja, Lowryder 2 war die beliebteste Sorte – Original Lowryder wurde mit Santa Maria (eine brasilianische Sorte), die besonders gut schmeckte, gekreuzt.
Lowryder 2 war stabiler, stärker und wurde eine der erfolgreichsten Sorten ihrer Zeit.
Sebastian Good: Alles noch reguläre Samen oder schon feminisierte zu dem Zeitpunkt?
Sasha: Wir haben dann feminisierte rausgebracht. Anfangs gab es aber nur reguläre Samen.
Sebastian Good: Alles noch im Schwarzmarkt damals?
Sasha: Absolut.
Sebastian Good: Und wie war das, als du dann medizinisch growen durftest? Da konntest du etwas aufatmen und größer werden. Hattest du eine Lizenz als Medizinalgärtner?
Sasha: Genau. Ich hatte jahrelang eine Lizenz als designated medical grower und durfte für Patienten anbauen. Es war kein kommerzieller Verkauf erlaubt, aber es war ein Schutz, ich konnte ein eigenes Gewächshaus bauen und ohne Angst growen, solange ich mich an die Pflanzengrenzen hielt. Die Akzeptanz stieg allgemein. Aber es war auch ablenkend – das Growen für Patienten war ein Aufwand, ich nahm das ernst. Es war ein Weg, um weiter zu züchten, aber verlangte viel Zeit.

Sebastian Good: Verstehe ich voll. Oft growe ich nur für mich, teste, kreuze F1 ... aber sobald du Verantwortung für andere hast, ist es ein zusätzlicher Job.
Sasha: Absolut. Man will maximalen Ertrag, jetzt, wo man's legal tun darf. Die Patienten können oft wenig zahlen, manchmal muss man gratis abgeben, und macht sein Ding nebenbei. Aber es war schön, offen anzüchten zu können und Besucher im Gewächshaus zu empfangen – eine Art Cannabis-Tourismus.
Sebastian Good: Eines Tages komm ich zur Joint Doctor Cannabis-Tour. Aber das Thema Legalisierung geht nicht einfach; die Vorschriften sind enorm.
Sasha: Genau. Die Regularien sind absurd streng – als würden wir Opioide oder toxische Waffen produzieren. Riesiger Papier- und Plastikmüll. Alles einzeln verpackt für Konsumenten. Dadurch geht viel Spaß verloren.
Sebastian Good: Mega verschwenderisch! Meine Gläser sind luftdicht, es hält monatelang. Im Plastikbeutel zerbröselt alles. Schade.
Sasha: Total. Vieles geht verloren. Aber der Kampf ist nicht vorbei!
Sebastian Good: Und der Kampf wird nie vorbei sein. Aber immerhin können wir heute offen darüber sprechen. Es gibt Leute in vielen Ländern, in denen es noch härter ist. Wir schaden niemandem. Im Gegenteil – Growtents, Dünger, Lampen – wir kurbeln die Wirtschaft an und machen nichts Schlechtes. Hoffentlich wird das weltweit anerkannt.

Sasha: Danke an Leute wie dich, die aufklären.
Sebastian Good: Bildung und Entstigmatisierung – ich kann nichts legalisieren, aber ich kann entstigmatisieren. Vor Kurzem hatte ich Besuch: Überall Alkohol auf dem Tisch (Bier, Wein, Gin Tonic), aber mein Grinder und Packs nehme ich instinktiv vom Tisch wegen der Kinder. Bin ich verrückt? Eigentlich ist Weed weniger gefährlich. Aber ...
Sasha: Ach ja, ich bin kein echter Doktor – meine Mutter aber schon. Aber vielleicht Ehren-Doktor Cannabis.
Sebastian Good: Ich bring dir den Cannabis-Doktor-Titel vorbei, wenn ich mal komme – Petition folgt.
Sasha: Klingt gut.
Sebastian Good: Wie war es für dich, Lowryder in der Welt zu sehen, dein „Baby“? Ich kenne das Gefühl nur ansatzweise vom AutoFlower World Cup, aber das war nicht meine Sorte. Wie fühlt sich das für deinen eigenen Strain an?

Sasha: Damals war es aufregend, dass mich Leute – vor allem andere Breeder – als ihresgleichen respektierten. Ich konnte Idole wie Simon von Serious Seeds kennenlernen und war plötzlich Teil dieses engen Kreises. Trotzdem: Ich will noch mehr schaffen, es gibt noch viel zu tun.
Sebastian Good: Es gibt immer noch mehr zu tun. Aber wie fühlt es sich an, von jungen Breedern zu hören, was sie aus deiner Lowryder abgeleitet haben?
Sasha: Das ist wirklich unglaublich. Lowryder war ein Durchbruch, ein Eureka-Moment. Seitdem haben viele talentierte Leute es weiterentwickelt – größer, besser gemacht. Ich alleine hätte nie alles schaffen können, manche sind bessere Breeder, größere Grower.
Sebastian Good: Es gibt immer bessere in allem.
Sasha: Es wird immer neue geben. Deine Genetik verbreitet sich sowieso, das muss man akzeptieren: Sie entwickelt irgendwann ein Eigenleben.
Sebastian Good: Ich hoffe, wir landen nie an einem Punkt, wo Gene mit Markenzeichen „besetzt“ werden. Das funktioniert nie – dagegen werden sich immer alle stellen. Moderne Auto-Sorten sind heute unfassbar: z. B. habe ich heute einen deiner Devochka gesät. Sagt man das so? Devochka?
Sasha: Genau.
Sebastian Good: Man probiert immer Neues, und dann gibt’s unsere Sorten wie Gorilla Cookies, Strawberry Gorilla, Tropicana Cookies. Was sagst du zu modernen Autos?
Sasha: Das Marketing ist heute sehr innovativ, sehr dynamisch – eine ganze Generation weiter als früher. Es geht alles unfassbar schnell. Es ist wie mit Musik: Nichts entsteht im Vakuum, alles wird ständig remixed, geht schneller voran denn je.
Deine Ideen werden immer von anderen beeinflusst. Es gibt ständig Remixe zu jedem Thema, die Szene entwickelt sich rasant weiter.

Sebastian Good: Mit Autos hat man Dank kurzer Zyklen immer was Neues, auch wenn man keine Mütter halten kann, kann man immer weiterzüchten, ständig Neues entwickeln. Die Entwicklung ist verrückt.
Sasha: Absolut. Du weißt das auch aus eigener Erfahrung.
Fast Buds ist sehr innovativ, ständig kommen neue Sorten. Ihr habt diese Dynamik voll drauf.
Man muss auf Zack bleiben, sonst wird man abgehängt.
Sebastian Good: Die Nachfrage nach neuen Aromen ist riesig: Dessert-Genetik, was in Kalifornien die letzten 10 Jahre passiert, ist Wahnsinn. Heute kann man Sorten züchten, die nach Erdbeere, Kirsche oder Banane Purple Punch schmecken. Als ich die angebaut habe, war ich platt – nicht nur schön lila, sondern wie ein Obstkorb!
Sasha: Das ist beeindruckend. Vor allem, wenn Weed wirklich nach dem schmeckt, was auf dem Label steht. Ja, das ist fantastisch.
Sebastian Good: Und die Potenz ist auch nicht mehr zu toppen: z. B. Strawberry Gorilla mit 28.4% THC bei der American Autoflower Cup … Das ist doch eine Ansage!

Sasha: Thema erledigt. Es geht nicht mehr um Potenz.
Sebastian Good: Genau. Weiter. Kennst du Canamatoes aus Kanada auf Instagram? Der growt ausschließlich Autos, unter anderem viele von uns, in 60-Liter-Beuteln, 24h-Licht und erntet ein Pfund trocken pro Pflanze! Moderne Genetik ist unfassbar. Gab’s aktuelle Auto-Genetik, die dich überrascht hat? Du warst doch Juror beim Autoflower World Cup?

Sasha: Die Gesamtqualität aller getesteten Sorten war erstaunlich. Schwer, ein Highlight zu nennen. Eine Auto Purple Punch sah aus wie Purple Punch, mit tollen Farben – bin ein Fan von lila Weed.
Sebastian Good: Dann muss dir meine Tropicana Cookies gefallen haben, die am Ende gewann – so dunkel, fast schwarz, ultra-frostig.
Sasha: Oh ja, das war wahrscheinlich die. Bei der Jury kannten wir natürlich die Namen nicht, aber wir haben viele probiert.
Sebastian Good: Musstest du nicht total high gewesen sein?
Sasha: Noch nie war ich so high! 20–30 Sorten in 24 Stunden probiert, dann noch Interviews – man fühlt sich wie auf einer Wolke, aber es war ein gutes High.
Sebastian Good: Genau deshalb hab ich heute zu unserem Interview nichts konsumiert – ich will fokussiert und informativ bleiben!
Sasha: Verstehe ich, mir geht’s genauso. Der richtige Zeitpunkt entscheidet.
Sebastian Good: Besonders beim Autoflower World Cup – als Ur-Großvater aller Autos. Und du hast dort mit Doctor’s Choice 1 außerdem noch den zweiten Platz bei „Best Sativa Auto“ geholt.
Sasha: Genau, das war eine Überraschung, dass ich Zweiter wurde!

Sebastian Good: Du wusstest gar nicht, dass sie eingereicht wurde.
Sasha: Nein. Als ich sie getestet habe, wusste ich nicht, dass es meine eigene Sorte war – erst als wir gewonnen haben, habe ich es erfahren. Es war eine schöne Überraschung, auch mal juristisch anerkannt und ausgezeichnet zu werden. Das Event war toll organisiert.
Sebastian Good: Spannabis-Wochenende ist großartig – gibt Wettbewerbe mit internationalem Publikum und macht alles zugänglich, auch für kleine Grower. Es ist kostenlos, jeder kann teilnehmen und gewinnen.
Ich mag Wettbewerbe wie diese, weil sie für internationale Gäste offen sind und auch kleinere Wettbewerbe sichtbar machen. Es gab Teilnehmer aus aller Welt, da alle ohnehin in Barcelona waren.
Sasha: Auf jeden Fall.

Sebastian Good: Sasha, wo siehst du Autoflower in 5, 10 oder gar 20 Jahren?
Sasha: Gute Frage. Ich hoffe, mehr neue Cannabinoid-Profile, nicht nur THC, sondern z. B. gezielt TCH, CBD, CBG, gekoppelte Profile – und insgesamt stabilere Aromen.
Sebastian Good: Glaubst du, dass das Stigma gegen Autos weiter verschwindet?
Sasha: Ja, es ist schon viel schwächer geworden. Für die meisten ist das kein Thema mehr. Manche alteingesessene Grower wirst du nie überzeugen, aber das ist okay. Es gibt ja berechtigte Gründe für reguläre Sorten, etwa für große kommerzielle Grower, die auf Stecklinge setzen. Aber insgesamt ist das Stigma für Otto-Normalverbraucher fast weg – nur Big Grower sind schwerer zu überzeugen, weil Stabilität sehr wichtig ist. Aber die Qualität aktueller Autos ist jetzt schon top.

Sebastian Good: Ich denke auch, das kommt noch. Interessant ist auch: Manche Grower mit Erfahrung in photoperiodischen Sorten bekommen mit Autoflower mehr Probleme als Anfänger – sie behandeln sie einfach zu sehr.
Sasha: Genau, viele Vorurteile – aber das ist okay. Es gibt viele Wege, Weed anzubauen.
Sebastian Good: Hast du einen Tipp für Autoflower-Grower? Nummer 1, um bessere Ergebnisse zu erzielen?
Sasha: Ich stimme dir zu: Nicht übertreiben! Lerne deine Pflanze kennen, nicht überdüngen (das ist meist das Problem, der Mensch selbst wird dann zum Schädling). Sei aufmerksam, aber nicht überfürsorglich. Jede Situation ist anders – schau, was deine Pflanze mag.
Sebastian Good: Ja, nicht übertreiben! Keine krassen Trainings, keine Überdüngung, einfach Liebe geben … das sieht man am Ende im Weed.
Sasha: Absolut. Ich bin fürs „wenig eingreifen“, was Training oder Beschneidung betrifft. Bei Autos musst du eigentlich kaum etwas machen. Gib ihr von Anfang an alles Wichtige – der Lebenszyklus ist kurz.
Sebastian Good: Genau.
Ich nutze z. B. Trocken-Dünger (Super Soil), alles vorkompostiert – dann nur noch Komposttee. Top-Dressings kommen direkt rein, kein Warten. In lebendiger Erde findet die Pflanze alles, was sie braucht – du musst nichts erzwingen. Das ist das Schöne!

Sasha: Genau, einfach die Zeichen der Pflanzen deuten lernen – etwa bei Stickstoffmangel – aufmerksam sein, aber nicht übertreiben.
Sebastian Good: Eine Growerin fragte mich mal, welche drei Strains ich auf eine cannabisfreie Insel mitnehmen würde – sie zieht selbst starke Buds. Klasse Frage!
Sasha: Über diese Situation habe ich schon öfter nachgedacht. Ich würde lieber einfach eine Tüte mit gemischten Samen nehmen – so hätte ich eine gute Genetikvielfalt, aus der ich anpassen und selektieren kann, was auf der Insel am besten wächst.
Sebastian Good: Sehr gute Antwort! Ich hab von jung auf eine riesige Seed-Sammlung und die ist mir sehr wichtig – im Kühlschrank eine Schuhschachtel voll verschiedenster Sorten, allein der Gedanke beruhigt mich schon, genug Genetik fürs Leben zu haben!
Sasha: Verständlich, mir geht’s exakt genauso. Man weiß nie, was das Leben bringt.
Sebastian Good: Ich hoffe, dass wir uns bald auch wieder persönlich sehen, das hier war super nett. Du in Kanada, ich in Spanien, und das für Zuschauer weltweit. Ich freue mich auf ein Wiedersehen auf einer der Messen – solche Treffen sind Gold wert für den Austausch und Zusammenhalt.
Sasha: Ja, solche Begegnungen geben einem viel Energie. Leute kommen, erzählen, dass sie Seeds probiert haben und ihre Geschichte dazu – das inspiriert. Im Alltag ist Zucht manchmal einfach nur Arbeit, aber durch solche Treffen wächst die Familie.

Sebastian Good: Kommst du nach Prag?
Sasha: Oh ja, Cannafest findet auch in Prag statt. Das wäre super.
Sebastian Good: Vielleicht schaffe ich es dorthin. Prag ist eine wunderschöne Stadt und die Experience auf den Fairs mit der Szene einmalig!

Sasha: Viel Gutes in der Cannabisbranche entsteht aus geteilter Leidenschaft und nicht aus Profitdenken. Vielleicht können wir das nächste Mal ja über eine Zusammenarbeit sprechen – gerade der kanadische Markt würde sich über deine Seeds freuen. Wer weiß?
Sebastian Good: Das war dieses Jahr auf der Spannabis auch mein Gefühl: Kooperation überall. Konkurrenz ist okay, aber am Ende treibt uns das voran und miteinander wachsen wir noch besser. Wir teilen dieselbe Leidenschaft – für die Pflanze.
Sasha: Die neuen Leute, die für das Falsche kommen, sind schnell wieder weg. Die, die aus Leidenschaft bleiben, werden wie Familie. Das ist das Beste daran. Mach weiter so, bleib dran!
Sebastian Good: Danke, Mann, gleichfalls. Danke für alles, fürs Dabeisein und fürs Teilen! Und vergiss nicht: Es ist irgendwo immer 4:20!
Sasha: Danke fürs Einladen. Cheers. Es ist immer irgendwo 4:20.
Sebastian Good: Vielen Dank, Mann.
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