Weed in Japan: Leitfaden zum rechtlichen Status von Cannabis
- 1. Cannabisgesetze in japan
- 1. a. Besitz
- 1. b. Verkauf
- 1. c. Anbau
- 2. Ist cbd in japan legal?
- 3. Ist es legal, cannabissamen nach japan zu senden?
- 4. Medizinisches cannabis in japan
- 5. Industriehanf in japan
- 6. Geschichte und politik
- 6. a. Politik
- 7. Hilfreiche tipps
1. Cannabisgesetze in Japan
Eine bemerkenswerte Insel mit 125 Millionen Einwohnern im nordwestlichen Pazifik – Japan ist heute eines der beliebtesten Reiseziele der Welt. Bekannt als Insel der aufgehenden Sonne und berühmt für seine einzigartige Küche, Kultur und Technologie, blickt Japan auf eine lange und bewegte Geschichte des Cannabiskonsums zurück – bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
Heute haben sich die Einstellungen etwas geändert, und in diesem Artikel werfen wir einen umfassenden Blick auf die japanischen Weed-Gesetze und die Geschichte des Landes mit der Pflanze. Zudem beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen. Beginnen wir mit einer einfachen Frage: Ist Marihuana in Japan legal?
Besitz
Leider ist Cannabis in Japan in jeglicher Form verboten. Es gibt keinerlei Regelungen für Zugang zu Cannabis, weder für den Freizeit- noch den medizinischen Gebrauch. Der Besitz und Gebrauch von Weed in Japan (zum Eigenkonsum) ist ausdrücklich untersagt; wer damit erwischt wird, kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Die japanischen Behörden sind besonders streng, ein einziger Joint reicht für eine Haftstrafe. Weitere mögliche Strafen für den Besitz oder Gebrauch von Cannabis sind:
- Verlust des Arbeitsplatzes
- Rauswurf von Hochschulen und Universitäten
- Abschiebung und lebenslanges Einreiseverbot (für ausländische Einwohner)
Berühmtestes Beispiel: Beatle-Legende Paul McCartney wurde 1980 in Japan wegen Besitzes von Cannabis verhaftet. McCartney kam mit 219 Gramm Marihuana im Koffer in Tokio an und wurde trotz seines Prominentenstatus für über ein Jahrzehnt aus dem Land verbannt. Während Cannabis in Japan bis 1948 legal war, wurde das Cannabis-Kontrollgesetz erstmals während der US-Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt.
Obwohl das Land kein spezifisches Problem mit Cannabis-Missbrauch hatte, wurde die Pflanze 1948 verboten – obwohl sie als wichtige Ernte galt. Cannabis bzw. Hanf wurde sowohl zu religiösen als auch zu praktischen Zwecken genutzt. Trotzdem entschieden die US-Behörden, Cannabis zu verbieten; Hanf wurde jedoch aufgrund seiner Bedeutung für die japanischen Landwirte jener Zeit ausgenommen.
Verkauf
Wie zu erwarten war, wird der Verkauf von Cannabis in Japan mit langen Gefängnisstrafen von bis zu sieben Jahren geahndet. Laut japanischem Cannabis-Kontrollgesetz droht außerdem eine Geldstrafe von bis zu 2.000.000 Yen (etwa 15.000 US-Dollar), abhängig von der beschlagnahmten Menge.

Auch das Ein- und Ausführen von Marihuana nach oder aus Japan wird mit bis zu sieben Jahren Haft und einer zusätzlichen Geldstrafe von bis zu 3.000.000 Yen geahndet.
Anbau
Dritter Versuch – richtig geraten: Cannabis darf in Japan nicht angebaut werden, und wer dabei erwischt wird, muss mit einer wie oben genannten Gefängnisstrafe und Geldbuße rechnen. Obwohl Japan heute unter strikter Cannabis-Prohibition lebt, war das Land früher einer der größten Anbauer der Pflanze. Vor 1950 gab es angeblich über 25.000 Cannabis- und Hanffarmen landesweit. Trotz Verbots durften Bauern nach der Cannabis-Prohibition eine kurze Zeit weiter anbauen. Doch die wachsende Beliebtheit künstlicher Fasern und höhere Lizenzkosten für den Cannabisanbau führten zum raschen Niedergang der Branche.
2. Ist CBD in Japan legal?
Auch wenn die Weed-Gesetze in Japan zu den härtesten in der entwickelten Welt zählen, ist CBD in Japan legal – nach Gesetzesänderung im Jahr 2016. Die Gesetzgebung erlaubt sowohl den Verkauf als auch die Verwendung von CBD in Japan. Allerdings müssen alle CBD-Produkte ausschließlich aus Stängeln und Samen der Hanfpflanze hergestellt werden und dürfen kein THC enthalten. Auch bei der Einreise nach Japan sind CBD-Produkte erlaubt, wenn sie 0% THC enthalten.
Da bei Einfuhr von Cannabis oder THC-haltigen Produkten eine Gefängnisstrafe droht, solltest du unbedingt sicherstellen, dass alles, was du mitbringst, völlig frei von THC ist. Das bedeutet, dass bei unabhängigen Labortests kein THC in den CBD-Produkten festgestellt werden darf. Prüfe also immer sorgfältig das unabhängige Laborzertifikat des Anbieters. In Japan selbst sind CBD-Produkte wie Öle, Getränke oder essbare Gummies weit verbreitet; man findet sie in verschiedenen Geschäften, von Fach-Shops bis Beauty-Bars.
3. Ist es legal, Cannabissamen nach Japan zu senden?
Cannabissamen fallen in Japan in einen Graubereich. Das Cannabis-Kontrollgesetz listet zwar Cannabissamen als illegale Substanz auf, die Gesetzgebung ist jedoch nicht eindeutig formuliert.

Wie in anderen Ländern, in denen der Anbau von Cannabis illegal ist, sind Samen nur zu Sammlerzwecken gestattet. Die Samen müssen jedoch sterilisiert werden. Technisch gesehen ist das Verschicken ins Land zwar möglich, es wäre aber angesichts der strikten Gesetze zu Cannabisnutzung und -anbau ziemlich riskant und wenig sinnvoll.
4. Medizinisches Cannabis in Japan
Medizinisches Cannabis ist in Japan weiterhin illegal, doch das könnte sich in den kommenden Monaten ändern. Das japanische Ministerium empfahl im August 2021 der Regierung, sich ein Beispiel an anderen Ländern zu nehmen und Patienten die Nutzung von medizinischem Cannabis zu ermöglichen. Das Gremium des japanischen Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales beriet dieses Jahr über eine mögliche Legalisierung von medizinischem Cannabis zur Behandlung von Patienten mit therapieresistenter Epilepsie. Das Ministerium empfahl klinische Studien mit Cannabis-basierten Arzneimitteln wie Epidiolex, sprach sich jedoch nicht explizit für eine Legalisierung von medizinischem Cannabis aus. Trotz möglicher Lockerungen im medizinischen Bereich will das Ministerium den Freizeitgebrauch weiter kriminalisieren. Der Spruch „ein Schritt vor, zwei zurück“ bringt es auf den Punkt.
5. Industriehanf in Japan
Vor der US-Besatzung in den späten 1940er Jahren hatte Japan eine florierende Hanfindustrie. Obwohl nach dem Cannabisverbot von 1948 Ausnahmen für die weitere Produktion gemacht wurden, wurde die Branche in den folgenden Jahren stark verkleinert. Hätte der Kaiser nicht eingegriffen und Anbaulizenzen für Landwirte gesichert, wäre die Industrie wohl vollständig verschwunden. Heute werden Hanffasern und nicht keimfähige Hanfsamen zur Herstellung diverser japanischer Konsum- und Kultgüter genutzt, darunter Shichimi-Gewürze, traditionelle Shimenawa-Strohkordeln und Noren-Raumteiler. Die meisten dieser Produkte werden jedoch mittlerweile importiert.

Aktuell darf Hanf angebaut werden, jedoch benötigt man eine Lizenz, die streng reguliert und überwacht wird. Es gibt vermutete 20 lizenzierte Hanfbauern in Japan, meist für Schreine, wo Hanf bei Reinigungsritualen verbrannt oder für Zeremonienknoten verwendet wird. Der Großteil dieser Farmen liegt in der Präfektur Tochigi, die schätzungsweise 90% des japanischen Hanfs produziert. Die Farmen sind allerdings klein und selten größer als 10 Hektar.
Laut Lizenzbestimmungen müssen japanische Hanfbauern „Tochigishiro“ anbauen – eine Sorte mit geringem THC-Gehalt ohne psychoaktive Wirkung. Das Saatgut dazu wird von der Regierung verteilt. Angesichts des jüngsten Branchenwachstums äußern lokale Bauern Unmut über die Produktionsauflagen. Nach der CBD-Legalisierung 2016 könnte die Regierung die aktuellen Restriktionen aber künftig überprüfen.
6. Geschichte und Politik
Cannabis und Hanf haben in Japan eine lange und tiefe Tradition, die sich über Hunderte, wenn nicht Tausende von Jahren erstreckt. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Cannabis bereits in der Jomon-Periode (ca. 10.000 v. Chr. bis 300 v. Chr.) genutzt wurde. Archäologische Forschungen zeigen, dass Fasern und Samen für Alltagsgegenstände wie Kleidung, Bogensehnen und Angelschnüre verwendet wurden. Die Pflanze wurde durchweg in der japanischen Geschichte genutzt und sogar in einem berühmten japanischen Gedichtband aus dem achten Jahrhundert erwähnt.
Tatsächlich spielte Cannabis auch im Shintoismus – der einheimischen Religion Japans – eine Rolle; das Verbrennen der Pflanze sollte böse Geister vertreiben. Die 1948 eingeführte Cannabisgesetzgebung änderte jedoch den rechtlichen Status und die öffentliche Wahrnehmung grundlegend. Nach Jahrhunderten der Wertschätzung für medizinische und spirituelle Verwendung sorgten Jahrzehnte von Stigma und Fehlinformation für den Niedergang des Ansehens von Cannabis im Land.
Politik
Obwohl die japanische Regierung grundsätzlich bereit ist, das Potenzial von Cannabis als Medizin zu prüfen, ist die Haltung gegenüber Freizeitkonsum weiter ablehnend. Die jüngste Verschärfung im Umgang mit Marihuana hat Bedenken über staatliche Übergriffigkeit ausgelöst. In Tokio wurden im September 2020 zwei Personen fast drei Wochen lang festgehalten, nachdem sie in sozialen Medien von ihren Cannabis-Erfahrungen berichtet und andere dazu ermutigt hatten. Zudem riet das japanische Konsulat Touristen in den USA davon ab, legal erhältliches Cannabis zu konsumieren, um drohende Konsequenzen nach ihrer Rückkehr zu vermeiden.

Leider stimmt die japanische Öffentlichkeit in weiten Teilen mit ihrer Regierung überein: Viele halten Cannabis nach wie vor für eine gefährliche „Droge“, gesellschaftlich inakzeptabel und ohne medizinischen Nutzen. In einer Umfrage gaben weniger als 2% der Bevölkerung an, jemals Cannabis konsumiert zu haben. Zum Vergleich: In den USA haben angeblich über 50% der Menschen schon einmal Marihuana probiert. Japan hatte – von 47 untersuchten Ländern – im vergangenen Jahrzehnt laut Statistik den zweitniedrigsten Anteil an Menschen mit Cannabiserfahrung. Nur in China ist dieser Anteil mit 0,3% noch kleiner. Angesichts dieser Gleichgültigkeit ist es unwahrscheinlich, dass Cannabis in naher oder ferner Zukunft in Japan legalisiert wird.
| Cannabiskonsum im Erwachsenenalter nach Ländern | |||
|---|---|---|---|
| Land | Prozentsatz der Bevölkerung mit Konsumerfahrung | Land | Prozentsatz der Bevölkerung mit Konsumerfahrung |
| USA | 51,6% | Chile | 31,5% |
| Kanada | 44,5% | Frankreich | 30,6% |
| Neuseeland | 41,9% | Wales | 29,8% |
| Dänemark | 36,5% | Italien | 29,3% |
| Australien | 33,5% | Japan | 1,9% |
Trotz der Legalität von CBD werden entsprechende Produkte gezielt ohne Abbildungen von Marihuanablättern vermarktet, sodass viele Japaner gar nicht wissen, woher CBD eigentlich stammt. Solange die Regierung weiterhin vor den (vermeintlichen) Gefahren von Cannabis warnt, wird Tokio wohl kaum das Amsterdam des Ostens – und das Verbot des Freizeitgebrauchs dürfte noch lange bestehen bleiben.
7. Hilfreiche Tipps
Obwohl Japan eines der technologisch fortschrittlichsten Länder der Welt ist, liegt es beim Cannabisrecht weit zurück. Während medizinisches Cannabis Teil der Zukunft werden könnte, werden zugleich die Freizeitregeln verschärft. Mit großartiger Küche, Architektur und Kultur ist Japan das elftmeist besuchte Land der Erde – doch Cannabis steht für Einheimische wie Touristen weiterhin nicht auf der Karte. Angesichts der drastischen Strafen raten wir: Bleib lieber beim Sushi und Sake und heb dir den Spliff für sichere Gelegenheiten auf.
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