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Kann man Autoflowering-Cannabis organisch anbauen?

31 December 2019
Finde heraus, wie man autoflowering Cannabis organisch anbaut
31 December 2019
8 min read
Kann man Autoflowering-Cannabis organisch anbauen?

Inhalt:
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  • 1. Warum sollte man autoflowers organisch anbauen?
  • 2. Was genau bedeutet organischer anbau?
  • 3. Grundrezept für organische erde
  • 4. Hydroponischer cannabis-anbau
  • 5. Fazit

Cannabis ist eine erstaunliche Pflanze, die fast überall wächst. Nicht umsonst wird es auch 'Unkraut' genannt. Dennoch gibt es so viele Missverständnisse beim Anbau von Autoflowers, dass es geradezu verblüffend ist. Viele Grower denken zum Beispiel, dass sie keine hochwertigen Buds ernten, wenn sie nicht den angesagtesten Dünger der Stadt verwenden. Dünger sind teuer und voller Chemikalien, aber die meisten denken nicht einmal darüber nach.

Wenn du Cannabis auf die natürlichste Art und Weise anbauen möchtest, erklären wir dir gern alles Notwendige. Ja, du kannst sogar Autoflowers organisch anbauen. Und das Beste daran ist: Wenn du es einmal gemacht hast, möchtest du nie wieder auf gekaufte Düngemittel zurückgreifen. Außerdem riecht und schmeckt organisches Cannabis definitiv anders als Marihuana, das mit mineralischen Düngern gezogen wurde. Am wichtigsten: Du musst dir keine Gedanken über Chemikalien machen und kannst ganz entspannt bleiben.

1. Warum sollte man Autoflowers organisch anbauen?

Photoperiodische Pflanzen haben viel Zeit zum Wachsen und zum Bilden der Blüten. Selbst wenn du im Wachstumsstadium etwas falsch machst, kannst du abwarten, bis die Pflanze sich erholt. Bei Autoflowers ist das jedoch nicht möglich, da sie nach einem festen Zeitplan wachsen. Wie ist es also möglich, Autoflowers organisch anzubauen?

Tatsächlich kannst du das. Und du solltest es sogar! Nicht nur schmecken die Buds fantastisch, sie sind auch deutlich sanfter zu deinen Lungen. Natürlich heißt das nicht, dass du auf das Aushärten der Buds verzichten solltest – das solltest du natürlich machen. Allerdings musst du die Pflanzen am Ende nicht spülen, damit die Blüten hervorragend schmecken.

Wenn du denkst, dass organisches Wachstum schlechter funktioniert als mit kommerziellen Düngern, liegst du komplett falsch. Cannabis ist wie jede andere Pflanze – warum sollte man es nicht wie andere Kulturpflanzen organisch kultivieren können? Was ist der Unterschied? Nichts! Vielleicht gibt es Unterschiede von einer Woche beim Wachstum, aber auch organischer Anbau führt zu großartigen Ergebnissen.

 

 

Organisches Cannabis riecht anders dank der darin enthaltenen Terpene. Terpene sind die ätherischen Öle der Pflanze. Deshalb riechen Sorten wie z.B. Green Crack nach Mangos – wegen des Terpens Myrcen, das ebenfalls in Mangos zu finden ist. Manche Sorten riechen nach Äpfeln, andere schmecken wie Ananas – das liegt alles an den Terpenen. Beim organischen Anbau kommen sie besonders stark zur Geltung.

Organisches Cannabis ist farbenfroh, saftig und wunderbar harzig. Cannabis, das hydroponisch oder anorganisch angebaut wird, kann ebenfalls gute Ergebnisse bringen, aber die Buds trocknen meist schneller aus. Organisch gezogenes Cannabis hingegen behält seine Frische viel länger.

2. Was genau bedeutet organischer Anbau?

Das ist eine sehr wichtige Frage. Im Grunde gilt alles als organisch, was nicht im Labor verarbeitet wurde. Zum Beispiel kannst du deinen eigenen Kompost aus braunen und grünen Pflanzenteilen herstellen. Die meisten Bauern machen das. Es ist eine großartige Methode, um Abfälle in Dünger zu verwandeln.

Auf ähnliche Weise kannst du dein Cannabis mit selbstgemachtem Kompost anbauen. Das Beste daran: Du musst die Pflanzen nicht jede Woche düngen, wie es bei kommerziellen Nährstoffen nötig wäre. Sobald du die Samen gesetzt hast, kannst du sie fast vergessen, bis sie zur Ernte bereit sind. Nur das Gießen solltest du nicht vergessen, aber du musst keinen festen Düngeplan wie im mineralischem Anbau einhalten.

 

Kann man Autoflowering-Cannabis organisch anbauen: Was genau bedeutet organischer Anbau?

Organisch angebaute Blüten haben meist einen süßeren und ausgeprägteren Geruch.
 

Für den organischen Cannabis-Anbau kannst du Dinge wie Fledermaus-Guano, Kuhmist, Schafmist und sogar Pferdemist verwenden. Achte darauf, dass der Mist abgelagert ist, denn mit frischem Mist lässt sich nichts anbauen! Du kannst auch flüssige Fischpräparate, Algen oder fermentierte Blüten als Dünger zugeben. Es gibt viele Möglichkeiten – alles, was natürlich ist, ist erlaubt.

3. Grundrezept für organische Erde

Wenn du Anfänger bist, empfiehlt es sich, vorgemischte Erde aus dem Gartencenter zu kaufen. Solange sie organisch ist, ist es egal, welche du wählst. Wenn du dich aber auskennst, kannst du dein eigenes einfaches Rezept ausprobieren. Die meisten organischen Grower bevorzugen Super Soil, aber man kann die Zutaten nach Verfügbarkeit anpassen.

Wir beginnen hier mit einem simplen Super-Soil-Rezept: Super Soil ist nichts anderes als eine Mischung besonders nährstoffreicher Zutaten: NPK – Stickstoff, Phosphor und Kalium. Jeder kommerzielle Dünger enthält etwas davon, da sie essentiell für das Pflanzenwachstum sind. Erde enthält meist die meisten nötigen Nährstoffe für Pflanzen, aber sie wachsen noch besser, wenn man gezielt zufüttert. Du benötigst:

 

  • Braune Blätter oder trockende Bestandteile wie Zweige und Stroh liefern Kohlenstoff.
  • Kokosfaser oder -erde für eine luftige Struktur.
  • Stickstoffreiche Stoffe wie Kaffeesatz, Blutmehl, Pferdemist, Kaninchenmist, Algen, Fischgrätenmehl, etc.
  • Pilze wie Mykorrhiza, die das Wurzelwachstum fördern.
  • Gesteinsphosphat oder Knochenmehl für Phosphor.
  • Eierschalen für Kalzium.
  • Bananenschalen-Pulver für Kalium.
  • Bittersalz (Epsom Salt) für Spurenelemente wie Magnesium und Schwefel.
  • 1 Tasse Dolomitkalk zur Regulierung des pH-Wertes
  • Melasse

 

Es gibt verschiedene Wege, Kompost herzustellen. Egal wie: Das Verhältnis braun:grün muss 2:1 sein. Alle weiteren Zutaten sparsam hinzufügen. Wenn du z.B. einen Sack trockene Blätter hast, nimm nur eine Tasse Blutmehl dazu. Verwende keine großen Mengen außer den trockenen Bestandteilen, sonst wird die Erde zu „heiß“ für die Pflanzen.

 

Kann man Autoflowering-Cannabis organisch anbauen: Grundrezept für Bio-Erde

Denke daran: Das Verhältnis braun:grün muss 2:1 sein!
  

Wir haben bereits einen Beitrag über Super Soil, den du nachlesen kannst, aber hier noch ein schneller Überblick über ein einfaches Super-Soil-Rezept, das dir wunderschöne organische Buds liefert, die nach schon 9–10 Wochen erntebereit sind. Doch zuerst ein kleiner Exkurs...

„Super Soil“ ist ein relativ neuer Begriff. Kult-Grower Subcool veröffentlichte sein Rezept erstmals 2009 in einem Artikel im High Times Magazin, dem damaligen Top-Magazin der Cannabis-Kultur. SubCool baute seit über einem Jahrzehnt Cannabis an und testete viele Methoden – doch organischer Anbau ergab für ihn immer das beste Produkt in Qualität und Geschmack.

Dieses Rezept eliminert jeglichen Bedarf an Zusätzen während des gesamten Wachstumszyklus und macht den Anbau erheblich einfacher. Das Subcool-Rezept sieht so aus:

 

  • 8 große Säcke hochwertige Bio-Blumenerde mit Kokosfasern und Mykorrhiza (als Basis für Super Soil)
  • 35 Pfund Wurmhumus
  • Je 5 Pfund Knochenmehl, Blutmehl, Fledermaus-Guano
  • 3 Pfund Gesteinsphosphat
  • 0,75 Tassen Bittersalz (Epsom Salt)
  • 0,5 Tassen süßer Kalk (Dolomit)
  • 0,5 Tassen Azomit (Spurenelemente)
  • 2 Esslöffel Huminsäure-Pulver

 

Nachdem die Super Soil gründlich gemischt wurde, muss sie mindestens einen Monat lang in der Sonne „reifen“, damit die organischen Extrakte wirken und die Erde zur perfekten Basis für Top-Buds wird. Sobald du deinen eigenen Super Soil vorbereitet hast, kannst du ihn mit ganz normaler Gartenerde mischen, um dein Erdmix herzustellen. Kompostieren braucht aber Zeit: Manche Prozesse dauern drei Monate, gelegentlich musst du bis zu fünf Monate warten, bis alle Zutaten vollständig kompostiert sind. Kompostierungspulver aus dem Internet können das Verfahren beschleunigen.

 

Kann man Autoflowering-Cannabis organisch anbauen: Super Soil

Pflanzen dürfen nicht nur in Super Soil wachsen, da sie sonst verbrennen!
  

Baue deine Pflanzen nicht ausschließlich in Super Soil an, da das zu nahrhaft für Jungpflanzen ist. Stattdessen solltest du nur 1/4 Super Soil verwenden. Das Rezept für ein Kilo wäre:

 

  • 250 Gramm Super Soil
  • 500 Gramm Kokosfaser
  • 250 Gramm Bio-Gartenerde

 

Du kannst während der vegetativen Phase der Autoflowers auch ab und zu Flüssigfischextrakt hinzufügen. Ab Beginn der Blüte solltest du jedoch keine stickstoffreichen Zusätze mehr geben.

Wichtig: Verteile den Super Soil am Boden und schichte darauf erst Gartenerde und dann Kokosfaser. So haben die jungen Pflanzen Zeit, Wurzeln zu bilden und sich zu stabilisieren, bevor sie auf den nährstoffreichen Super Soil treffen. Da Super Soil so gehaltvoll ist, können junge Pflanzen sonst „verbrennen“. Ja, das passiert auch beim organischen Anbau!

Vorteile und Nachteile bei der Herstellung von eigenem Super Soil

Wie bei vielen Dingen im Leben gilt auch beim Gärtnern: Was man investiert, bekommt man zurück. Ein bisschen Extramühe am Anfang kann einen riesigen Unterschied im Endergebnis machen. Bei Super Soil überwiegen klar die Vorteile.

Vorteile

  • Du reduzierst den Bedarf an synthetischem Dünger, was besser für die Umwelt ist.
  • Mit deiner eigenen Mischung hast du die volle Kontrolle über die Nährstoffe, die deine Pflanzen bekommen.
  • Organisch angebautes Cannabis bietet ein Raucherlebnis wie kein anderes.
  • Super Soil ist nachhaltig, umweltfreundlich und kann mehrfach wiederverwendet werden.
  • Mit einer Super Soil Mischung entfällt viel Arbeit während des Grows. Kein ständiges Prüfen von pH, EC oder TDS nötig.

Nachteile

  • Super Soil herzustellen ist aufwändig, aber auf lange Sicht lohnt sich die Mühe.
  • Die eigene Mischung ist teurer als fertig gekaufte Erde.

 

Okay, wir haben besprochen, warum organischer Anbau eine tolle Option für wunderschöne, schmackhafte Pflanzen ist – aber es gibt noch eine Alternative: Hydroponik.

4. Hydroponischer Cannabis-Anbau

Hydroponischer Anbau bedeutet, dass Pflanzen nicht in Erde, sondern in einem mineralstoffreichen, pH-ausgeglichenen Nährstoffmedium wachsen. Die Wurzeln sind entweder direkt im Nährstoffwasser oder werden von Medien wie Kokosfasern, Perlite, Steinwolle oder Tongranulat gestützt.

Was sind die Vorteile von hydroponischem Anbau?

Es gibt viele Gründe, warum Hydroponik bei vielen Cannabis-Growern – vom Hobbygärtner bis zum kommerziellen Betrieb – so beliebt ist. Der erste große Vorteil ist die Wachstumsgeschwindigkeit der Pflanzen. Da eine sehr nährstoffreiche Lösung bereitgestellt wird, kann die Pflanze Nährstoffe deutlich schneller aufnehmen als im organischen Substrat. Für den Anbau von Autoflowers ist das ideal, denn diese haben nur eine begrenzte Wachstumsphase: Mit Hydroponik kann man das vegetative Wachstum und somit den Ertrag steigern.

Der zweite große Vorteil ist die Möglichkeit, die Wachstumsbedingungen viel präziser zu steuern als bei Erde. Du kannst eine perfekt pH-abgestimmte Nährstofflösung mischen, die genau auf die Bedürfnisse deiner Pflanzen zugeschnitten ist – das verhindert Mängel und maximiert die Ernte.

Der dritte Vorteil: Hydroponik kommt mit wesentlich weniger Wasser aus als der Erdanbau – so sparst du an der Wasserrechnung. Hydroponische Anlagen sind sauberer und bieten besseren Schutz vor Schädlingen und Krankheiten. Die Ernten werden so konstanter und das Risiko sinkt. Und: Hydroponik ist optimal für Autoflower-Strains. Autoflowering-Strains reagieren empfindlich auf Umweltveränderungen – hydroponischer Anbau macht es einfach, ihnen exakt die richtigen Bedingungen zu bieten.

Und die Nachteile?

Der größte Nachteil von Hydroponik ist der Preis. Die benötigte Ausrüstung ist oft sehr teuer und für Hobbygärtner schwer zu stemmen. Es gibt auch eine Lernkurve, denn alle Parameter müssen ständig überwacht und angepasst werden. Und schließlich spielt das Terpenprofil eine Rolle: Hydro-gegrowtes Weed erreicht nie das komplexe Terpenprofil von richtig organischen Buds – schmecken wird es trotzdem, aber eben nicht ganz so intensiv wie perfekt organisch angebaut.

Gibt es ein Substrat mit den Vorzügen beider Welten?

Ja, das gibt es! Kokosfaser ist ein toller Kompromiss zwischen organischem und hydroponischem Anbau. Das Material selbst ist inaktiv – wie bei Hydroponik musst du die Nährstoffe dosieren. So hast du die volle Kontrolle über das Nährstoffangebot.

Allerdings ist die Lernkurve nicht so steil wie bei klassischer Hydroponik. Kokosfaser ist außerdem viel günstiger als die meisten hydroponischen Anlagen und daher ideal für Hobby-Grower. Kokosfaser speichert mehr Wasser und Sauerstoff als viele andere Substrate, dadurch wird das Wurzelsystem weniger gestresst und das Pflanzenmilieu ist leichter optimal zu halten.

Welche Methode ist die richtige für dich?

Das kommt ganz auf dich an. Wenn du Einsteiger bist, mach es dir so einfach wie möglich, damit sich dein Erfolg einstellt. Es gibt heute eine große Auswahl an speziell für Cannabis zusammengestellten Erdmischungen – so sparst du dir viele Fehler. Willst du die Kontrolle erhöhen, probier es mit Kokosfaser.

5. Fazit

Das war’s auch schon. Wenn du Autoflowers organisch anbaust, brauchst du nichts weiter zu beachten. Die größte Herausforderung ist das Herstellen von Super Soil – aber auch mit gewöhnlichem Kompost und Gartenerde aus dem Gartencenter kann man autoflowering Cannabispflanzen erfolgreich organisch anbauen. Autoflowers wachsen schnell, so dass du nach weniger als 3 Monaten dein organisches Cannabis ernten kannst!



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