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Wie kontrolliert man das Strecken von Cannabis-Pflanzen?

1 September 2022
Strecken kann den Ertrag und die Qualität erheblich mindern, wenn es nicht frühzeitig verhindert wird. Erfahre in diesem Artikel, wie du das Strecken vermeiden kannst.
1 September 2022
7 min read
Wie kontrolliert man das Strecken von Cannabis-Pflanzen?

Inhalt:
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  • 1. Was passiert, wenn pflanzen sich strecken?
  • 2. Warum strecken sich cannabis-pflanzen?
  • 3. Wie kann man das strecken von cannabis-pflanzen verhindern
  • 3. a. Wähle den richtigen strain
  • 3. b. Temperatur steuern
  • 3. c. Wachstumsphase verkürzen
  • 3. d. Trainingstechniken anwenden
  • 4. Fazit

Cannabis-Samen wachsen während ihrer Wachstumsphase ganz ohne großen Pflegeaufwand sehr gut. Sie bilden hübsche grüne Blätter und bereiten sich auf die Fortpflanzungs- bzw. Blütephase vor. Während der Wachstumsphase gibt es nicht viel zu tun, in der Blüte hingegen ist Pflege unverzichtbar. Von Schädlingen über Krankheiten bis hin zum Strecken gibt es zahlreiche Herausforderungen. Wenn du wissen willst, wie man das Strecken von Cannabis-Pflanzen kontrolliert, zeigt dir dieser Artikel einfache Schritte, mit denen du tolle Ernten erzielen kannst. Natürlich strecken sich die Pflanzen auch während der Wachstumsphase – aber deutlich mehr in der Blüte. Strecken ist einfach eine natürliche Wachstumsexplosion und bei allen Cannabis-Pflanzen üblich. Es ist aber nur im moderaten Maße vorteilhaft. Strecken sich Pflanzen zu stark, entstehen luftige, kleine Buds.

Weniger gestreckte, eher in die Breite wachsende Pflanzen bringen dagegen gesunde Buds hervor. Das bedeutet man muss das Strecken kontrollieren, um Ertrags- und Qualitätsverluste zu vermeiden. Strecken tritt aus unterschiedlichen Gründen auf, wobei auch die Genetik eine Rolle spielt. Deshalb werden kleine, kompakte Pflanzen meist Nachkommen hervorbringen, die ähnlich wachsen. Auch schlaksige Pflanzen bringen meist große und hochwachsende Nachkommen hervor. Ist also alle Hoffnung verloren? Nein… Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Strecken zu controllen, schauen wir sie uns an.

1. Was passiert, wenn Pflanzen sich strecken?

Strecken ist kein großes Problem, wenn du draußen anbaust. Wie andere Pflanzen auch, genießen Cannabis-Pflanzen den Anbau im Freien – Sorgen musst du dir dabei kaum machen. Manchmal strecken sich Pflanzen auch im Freien zu sehr, aber das kannst du zum Beispiel mit Methoden wie LST unterbinden. Häufiger tritt das Strecken beim Indoor-Anbau auf. Wie schon erwähnt, bringt zu starkes Strecken Probleme, denn anstelle kompakter Pflanzen mit dicken Buds wachsen viele Pflanzen einfach nach oben. Sie werden dünn und hoch und konzentrieren sich immer weniger auf die Buds, sondern investieren hauptsächlich ins Strecken. Dadurch leidet die Qualität der Buds und du verlierst einiges an Ertrag. Allerdings ist Strecken nicht einzigartig für die Blüte. Es kann auch schon früh in der Wachstumsphase auftreten.

 

Wie kontrolliert man das Strecken von Cannabis-Pflanzen: Was passiert beim Strecken?

Strecken kann am Ende die Qualität der Ernte beeinträchtigen.
 

Während der mittleren bis späten Wachstumsphase führt Strecken zu einer dünnen, schmalen und insgesamt schwachen Pflanze, die später in der Blüte Schwierigkeiten haben wird, das Gewicht dicker Buds zu tragen. Am unerwünschtesten ist das Strecken jedoch während der Keimlingsphase. Die Wachstumsspitzen der Pflanzen enthalten Hormone, die die Pflanzen in Richtung Licht ausrichten—eine Ressource, auf die sie angewiesen sind, um Photosynthese zu betreiben, zu wachsen und zu überleben.

Haben Pflanzen ausreichend Licht, wachsen sie kürzer und kräftiger. Im Gegensatz dazu bewirkt Lichtmangel nach der Keimung, dass Pflanzen verzweifelt in die Höhe schießen. So entstehen „geile“ Keimlinge mit langem Stiel und kleinen Keimblättern sowie echten Blättern. Wenn die Keimlinge zu „geil“ werden, kannst du sie meist abschreiben. Die dünnen, schwachen Stiele können das Gewicht einer wachsenden und blühenden Pflanze nicht halten; der Stiel bleibt das schwächste Glied in der Kette bei starkem Wind oder schlechtem Wetter. Um das Strecken in dieser entscheidenden Phase zu verhindern, musst du ausreichend hohe Lichtintensität bieten. Dafür kannst du z. B. Lux oder PAR mit entsprechenden Messgeräten bestimmen.

2. Warum strecken sich Cannabis-Pflanzen?

Strecken tritt meist beim Indoor-Anbau auf. Wenn die Pflanzen nicht genetisch dazu neigen, liegt es oft an der Beleuchtung. Ist der Abstand zwischen Pflanzen und Leuchtmittel zu groß, beginnen die Pflanzen, nach oben zu wachsen, um mehr Licht zu bekommen. Dabei kommt es zum Wachstumsschub, den wir als Strecken kennen. Auch bei zu vielen Pflanzen im Growraum gibt es Konkurrenz um das Licht – und die Pflanzen beginnen zu strecken. Nicht zuletzt spielt auch der Lampentyp eine Rolle. Ob HPS oder LED – gibt es viel rotes oder orangenes Licht, neigen Pflanzen zum Strecken. Abhilfe schafft Blaulicht als Zusatz während der Blüte, da dies für kräftigere Stängel sorgt.

Du brauchst außerdem starke Lichtquellen. Wenn du zum Beispiel mehrere Pflanzen nur mit einer 100W CFL ziehst, werden sich die Pflanzen strecken, weil das Licht zu schwach ist. Empfohlen werden mindestens 50 bis 70W Lichtleistung pro Quadratfuß. Liegt der Wert darunter, werden die Pflanzen fast immer ihr maximales Streck-Potenzial entfalten. Manche Strains sind genetisch eher auf Strecken programmiert. Die Genetik spielt eine entscheidende Rolle für das Wachstum und die Endhöhe jeder Pflanze – und hat das letzte Wort. Wir können als Grower das Strecken und die Höhe zwar beeinflussen, aber am Ende bleibt es die Genetik. Sativa-dominante Strains neigen von Haus aus stärker zum Strecken als ihre Indica-Verwandten. Das ist keine Kritik an Sativas – sondern ihre natürliche Entwicklungsgeschichte – aber es ist gut, das bei der Sortenwahl zu beachten.

3. Wie kann man das Strecken von Cannabis-Pflanzen verhindern

Wähle den richtigen Strain

Das ist der wichtigste Schritt, denn du kannst alles richtig machen und die Pflanzen werden sich trotzdem strecken, wenn es in ihren Genen liegt. Das gilt übrigens auch, wenn du Klone oder Samen verwendest! Suche also die passenden Strains aus. Die meisten Indica-Strains wachsen eher in die Breite als in die Höhe. Viele Sativa-Strains hingegen sind bekannt dafür, nach Licht zu suchen und nach oben zu wachsen, wodurch luftige Buds entstehen. Natürlich gibt es Ausnahmen – nicht alle Indicas wachsen niedrig, nicht alle Sativas sind hoch und schlaksig. Da die Mehrheit aber so wächst, wähle Indica-Strains – zum Beispiel Cream Cookies Auto – die gleichmäßig wachsen, damit das Licht alle Pflanzen gut erreicht.

Die Genetik ist aber nicht alles. Ein sativa-dominanter Strain, der zu wenig Licht bekommt, wird extrem lang und dünn wachsen, während auch ein indica-dominanter Strain dann „geil“ wächst. Fazit: Beide werden sich strecken, aber unterschiedlich stark und ineffizient – egal welche Genetik du wählst, ohne genug Licht funktioniert es nicht. 

Temperatur steuern

Sammelt sich im Growraum viel Hitze, werden die Pflanzen gezwungen, sich nach oben zu strecken. Temperaturen über 28 °C zwingen die Pflanzen, höher zu wachsen. Und je näher sie ans Licht kommen, desto mehr strecken sie sich. So werden sie schwächer und können sogar umkippen, wenn du nicht aufpasst. Um das zu verhindern, sorge für eine gute Belüftung und ausreichend Frischluft im Raum. So bleibt es nicht nur kühl und die Pflanzen sind glücklich, sondern sie bauen auch dickere Stämme auf, wenn regelmäßig Wind weht. Die Pflanzen werden durch Wind von Natur aus robuster – wie in freier Natur. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Temperatur beim Indoor-Anbau zu kontrollieren. 

 

Wie kontrolliert man das Strecken von Cannabis-Pflanzen: Temperatur managen

Die Äste können zu schwach werden und brechen.
  

Offensichtlich helfen Ventilatoren, die Luftzirkulation zu erhöhen und abzukühlen. In schwerwiegenden Fällen sind Klimageräte nötig, damit die Temperatur niedrig bleibt. Statt die Temperatur ständig zu überwachen, kannst du Lüfter und Klimaanlage an Sensoren hängen, um das Raumklima automatisch zu regulieren. Im Freien ist es schwieriger, die Pflanzen kühl zu halten. Im Gewächshaus oder Folientunnel solltest du Türen und Lüftungen öffnen, damit mehr Luft durchzieht. Bei Hitzewellen kann ein Schattierungsnetz helfen, die Pflanzen vor zu viel UV-Strahlung zu schützen.

Wachstumsphase verkürzen

Wenn die Pflanzen in der Blütephase anfangen zu strecken, geraten viele Grower in Panik, denn dann reicht oft der Platz unter der Decke nicht mehr. Am Ende wachsen sie zu nah ans Licht und erleiden Lichtbrand, was zu gebleichten Buds und Blättern führt. Wenn du einen Strain anbaust, der zum Strecken neigt, kannst du die Wachstumsphase verkürzen, damit später in der Blüte noch genug Platz zum Strecken bleibt.

Wer photoperiodische Pflanzen anbaut, kann den Übergang von der Wachstumsphase in die Blüte durch einen Wechsel des Lichtzyklus von 18/6 auf 12/12 einleiten. Bei Autoflowers ist das nicht nötig, sie wachsen ohnehin unabhängig vom Lichtzyklus. Trotzdem kann man das Strecken unter Kontrolle halten, indem man die Wachstumsphase verkürzt und der Pflanze Vorlaufzeit und Reserven gibt.

Trainingstechniken anwenden

Es gibt verschiedene Techniken wie LST oder SCROG, um das Strecken von Cannabis-Pflanzen gezielt zu verhindern.

LST

Auch Low-Stress-Training genannt, dabei werden die Triebe der Pflanzen nach unten gebogen und an den Rand des Topfes befestigt. Die Grower biegen die Äste während des gesamten Zyklus nach unten, so wird das vertikale Wachstum unterbunden. Die Äste versuchen zwar, sich wieder aufzurichten, bleiben aber unten, wenn du stabile Drähte verwendest.

SCROG 

Hierbei lässt du die Pflanzen zunächst während der Wachstumsphase möglichst frei wachsen. In der Blütephase wird dann ein Netz über die Pflanzen gespannt, in das die Triebe eingesteckt werden, sobald sie aus dem Netz herausragen.

 

Eine Cannabis-Pflanze wird im SCROG-Verfahren trainiert, um das Höhenwachstum zu kontrollieren und die Erträge zu erhöhen.

Scrogging verhindert nicht nur das Strecken, sondern steigert auch den Ertrag.
 

Als „Screen of Green“ bezeichnet, verhindert diese Technik das vertikale Wachstum durch das Netz. Du kannst alle Blätter unterhalb des Netzes entfernen, aber sobald du die frischen Triebe oben ins Netz legst, entstehen viele Buds – dank gleichmäßiger Lichtverteilung durch das dichte Blätterdach.

Sorge für ausreichende Luftzirkulation im gesamten Grow-Bereich und Luftaustausch in und aus dem Raum

Ein Aspekt beim Anbau, der sich direkt auf das Maß des Stretchings während der Blüte auswirkt, ist die Luftbewegung und der Luftaustausch im Growroom oder Zelt. Outdoor profitieren Pflanzen von natürlicher Luftbewegung, beim Indoorgrow müssen wir das selbst übernehmen. Die Luftzirkulation im Blätterdach hat einen direkten und spürbaren Einfluss darauf, wie dick und kräftig die Äste und Stängel deiner Pflanzen letztlich werden.

Growräume mit zu wenig Luftbewegung produzieren hohe, schlaksige Pflanzen, die zu stark strecken und am Ende Unterstützung für ihre Buds brauchen (sofern die Buds dicht genug werden). Zur Lösung kannst du einige oszillierende Ventilatoren im Grow-Bereich positionieren, die von unterschiedlichen Seiten aufs Blätterdach pusten. Für kleine Setups reicht ein Ventilator, bei größeren solltest du mindestens einen Ventilator ins Blätterdach und einen von der Seite richten. Durch mehrere Luftströmungen erreichst du kräftige, dicke Stängel, wie wir sie wollen.

4. Fazit

Wie du siehst, gibt es viele Möglichkeiten, deine Ernte in buschige, dichte Pflanzen zu verwandeln. Mit ein wenig Planung erreichst du problemlos deine persönlichen Ertragsziele! Denk immer daran: Alles, was wir unserer Ernte zumuten, beeinflusst das Wachstum und somit das Endergebnis. Viel Spaß beim Growen und viel Glück!



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